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Aktuell vom Caravan Salon: Die News und Trends 2011

Die Leitmesse der Branche feiert ihren 50. Geburtstag. Passend zum Jubiläum tauchen im Reisemobiljahrgang 2012 viele gute Ideen aus vergangenen Zeiten wieder auf. Doch es gibt auch echte Innovationen. promobil präsentiert die zehn wichtigsten Trends.

Wenn runde Geburtstage gefeiert werden, darf auch ein Rückblick nicht fehlen. Das beherzigen in diesem Jahr wohl auch viele Reisemobilentwickler: Auf dem 50. Caravan-Salon kann man viele Neuheiten bewundern, die gute Ideen von gestern in die Zukunft befördern. Das gilt für Detailentwicklungen ebenso wie für komplette Reisemobile. Bestes Beispiel: die Neuauflage der Kultmobils Hobby 600. Sie passt wie ein Glückwunsch zum Jubiläums-Salon.   

Nicht Nostalgie, sondern Rückgriff auf bewährte Lösungen.  Manchmal müssen gute Ideen erst von der Bildfläche verschwinden, damit man ihren Wert erkennt. Bereits auf den Frühjahrsmessen kehrte die Rundsitzgruppe in das Heck einiger Reisemobile zurück. Nach Hymer und Dethleffs präsentiert nun LMC ein Modell mit gemütlichem U-Sofa. Frankia baut ebenfalls das Angebot an Hecksitzgruppen durch ein neues Alkovenmobil aus. Eine Aufbauform, die übrigens auch zum Retro-Trend passt. Niesmann + Bischoff blickt skeptisch auf die immer kompliziertere Bedienung der Bordtechnik in modernen Luxuslinern. In der Flair-100er-Serie kehrt nun ein bewährtes und übersichtliches Bedienkonzept von früher zurück. Immer mehr Hersteller erkennen auch, dass die früher gängige Toilette in Bankform durchaus ihre Vorzüge hatte. In zahlreichen Grundrissen verdrängt jetzt das pflegeleichtere Modell die optisch vielleicht attraktiver erscheinende Drehschüssel. Warum nicht einfach und bewährt? Das fragte man sich ebenfalls bei Dethleffs und baut den erneuerten Advantage T auf den klassischen Leiterrahmen des Fiat Ducato. Mit etwas mehr Außenhöhe gewinnt er vielleicht nicht an Eleganz. Doch auf diese Weise vermeidet Dethleffs störende Stufen im Wohnraum. Das bieten sonst nur aufwendigere Doppelbodenkonstruktionen.


Neue Mitte

Bewegung bei den Bestsellern statt vieler Nischenmodelle.  Die weniger gute Nachricht zuerst: Im Modelljahr 2012 wird die Auswahl für Reisemobilkäufer geringer. Fast alle großen Hersteller verzichten auf kaum nachgefragte Grundrisse. Teils verschwinden ganze Baureihen. Hymer stellt den Liner ein und baut keine Alkovenmobile mehr. Dethleffs reduziert das Alkovenprogramm der Mittelklasse und streicht den Lifestyle. Knaus macht bei den Integrierten eine Pause. Bürstner kommt künftig ohne das Spritsparmobil Aero Van aus und Eura Mobil ohne den traditionsreichen Contura. Die Liste ließe sich fortsetzen. Der erfreuliche Teil der Nachricht: Betrachtet man das Gesamtangebot, deckt auch der Jahrgang 2012 praktisch alle Bedürfnisse ab. Nur fällt der Überblick in Zukunft ein wenig leichter - ganz so wie früher eben. Statt sich in kleinsten Nischen zu verzetteln, konzentrieren sich die großen Marken auf ein Segment, das die meisten Käufer bewegt: Teilintegrierte um 50.000 Euro. In dieser neuen Mitte macht die Auswahl jetzt mehr Spaß. Unterschiedlich konzipierte Neuheiten wie Dethleffs Advantage T, Eura Mobil Profila T oder Knaus Sky TI zeigen, dass in der Mittelklasse keinesfalls Langeweile aufkommt. 

Clever kalkuliert

Ob Carado oder Carthago - nicht alle Modelle kosten mehr.  Alles wird teurer? Dieser Pauschalverdacht trifft im neuen Modelljahr weniger zu denn je. Lebhafter Wettbewerb führt zu kundenfreundlichen Kalkulationen. Allen voran stemmen sich Günstigmarken erfolgreich gegen Preissteigerungen. Carado und Sunlight bieten alle 2012er Modelle auf dem Fiat Ducato mit 130 PS sogar ein paar Euro billiger an als zuvor. Im gehobenen Segment bremsen neue Baureihen die Preisspirale nach oben: Carthago setzt unverändert auf Oberklassetechnik, steuert mit dem C-Tourer aber die 60.000-Euro-Klasse an. Ein äußerlich unberührter Flair der neuen 100er Serie steht plötzlich 20.000 Euro günstiger in der Liste. Ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als in der vergangenen Saison errechnet sich ebenfalls für manches Mittelklassemodell. Beispiele dafür sind der Hobby Siesta TI und der TEC Rotec Lift. Dethleffs schiebt eine Günstigbaureihe nach - den Globe S ab 39.999 Euro - und spielt auch virtuos auf der anderen Seite der Klaviatur: Voll ausgestattete Jubiläums-Modelle mit Preisvorteil. Eighty II heißt das Komplettangebot von Dethleffs. Runde Geburtstage nutzen auch Bürstner, Hymer und Rapido für attraktive Pakete. Der Blick zurück wird damit zum handfesten Preisvorteil.  

Helle Freude

Es gibt mehr als einen Weg zur edlen Reisemobileinrichtung.  Gediegene dunkle Hölzer, dazu helle Polster in Naturfarben - das galt in den vergangenen Jahren als besonders kleidsam für das Innenleben fast aller Reisemobilkategorien. Der Jahrgang 2012 öffnet sich unterschiedlichen Stilrichtungen. Mit ihren Jubiläums-Modellen testen Bürstner und Hymer die Nachfrage. Beide Marken beweisen mit ihren Sondereditionen, dass nicht allein warme Holzfarben edel wirken. Erlaubt ist, was gefällt. Bürstner ermöglicht dem Käufer nun in den meisten Baureihen die Entscheidung zwischen zwei Holzdekoren. Auch Frankia-Möbel dürfen ganz nach Geschmack heller oder dunkler ausfallen. Selbst Concorde - Vorreiter der warmtonigen Furniere - lässt Käufer des Charisma III selbst wählen. Weniger als zuvor unterliegen auch die Stoffe einem Modediktat. Man entdeckt in 2012er Prototypen sogar einen zarten Retro-Trend zur blauen Phase. Blau galt lange Zeit als Polsterfarbe schlechthin. 

Freier Eintritt

Gut erreichbare Betten stehen immer öfter im Mittelpunkt.  Dauerthema Liegekomfort: Die Betten im Reisemobil sind inzwischen gewachsen, die Matratzenqualität ist es ebenfalls. Jetzt kümmern sich viele Hersteller um einen bequemen Zugang zum Bett. Gut so. Als Königsweg bietet sich das Queensbett an. Kaum ein Hersteller, kaum eine Baureihe verzichtet auf eine Variante mit frei stehendem Bett. Seitdem Entwickler ihr Herz für Queensbetten entdeckt haben, entstehen bereits um sieben Meter Außenlänge immer kreativere Schlafzimmergrundrisse. Nun taucht bei Carthago eine weitere Variante auf: Dort verschafft man dem klassischen Querbett einen Zugang am Fußende und spricht von einem quer gestellten Queensbett. Eine ähnliche Idee setzen Chausson und Challenger in ihren neuen Top-Modellen um. Frankia entwarf ein Längsbett mit besserem Zustieg. Unverändert liegen jedoch Einzelbetten im Trend. Inzwischen erobern sie sogar Campingbusse, etwa von Karmann oder Westfalia. Man kann auch beides haben: Pilote rückt separate Liegeflächen auf Knopfdruck zum Queensbett zusammen.

Hub-Konzert

Fast flächendeckend gibt es in Teilintegrierten nun Hubbetten.  Heben und heben lassen: Hubbetten in Teilintegrierten bleiben ein Renner, egal ob sie manuell oder elektrisch bedient werden. Als promobil im Sommer 2009 angesichts mehrerer neuer Modelle dieser Bauart vom Megatrend schrieb, ließ sich noch nicht ahnen, wie umfassend das Angebot zum Modelljahr 2012 sein würde. Der Wegbereiter Bürstner Ixeo trumpft heute mit nicht weniger als 17 Varianten auf. Als weitere Schlafgelegenheit sind inzwischen Etagenbetten, Einzelbetten oder ein Queensbett zu haben. Adria hat die Matrix-Serie mit Hubbett jetzt in drei Baureihen aufgeteilt. Andere Hersteller steigern die Vielfalt, indem sie das Hubbett in ihren neuen Teilintegrierten flächendeckend als Option anbieten. So etwa im Eura Mobil Profila T. Die Ausnahme dürfte dagegen das Angebot von TEC bleiben: In der Hubbettserie Rotec Lift kann man die zusätzliche Liegefläche abbestellen, um mehr Kopffreiheit an der Sitzgruppe zu genießen. Einen überraschenden Alternativvorschlag präsentiert dagegen Hobby im Van Exclusive: Ein Klappbett an der Sitzgruppe.

Gut gepflegt

Kreative Ideen verbessern die Platzverhältnisse im Bad. Raumbad lautet weiterhin das Zauberwort für gehobene Ansprüche an Reisemobilbäder. In diesem Punkt sind sich Entwickler und Käufer einig. Einziger Nachteil: Ein Waschbereich, der die gesamte Aufbaubreite benötigt, findet oft erst in Oberklassemodellen  Platz. Was dabei herauskommt, wenn um jeden Quadratzentimeter gefeilscht wird, zeigen etwa die neuen Teilintegrierten von Knaus. Dort spricht man von einem 3-D-Raumbad und meint damit einen zusätzlichen Türanschlag, mit dessen Hilfe sich der Waschraum besonders schlank macht, solange man ihn nicht benutzen möchte. Hobby hat zunächst für den Van Exclusive einen längs installierten Waschraum mit Doppelfunktion entwickelt. Mit einem Handgriff schiebt man dort das Waschbecken einschließlich Rückwand zur Seite und tritt anschließend in eine vollwertige Duschkabine ein. Zusatznutzen ohne zusätzliche Fläche bringt ein neuartiger Klappsitz oberhalb der Toilette im Eura Mobil Profila T. 

Sauber, sauber

Auf breiter Front gelangen nun Euro-5-Motoren ins Reisemobil. Von außen betrachtet ändert sich nichts: Bis auf ein leichtes Facelift des Iveco Daily bleiben die Basisfahrzeuge der Saison 2012 unverändert. Schließlich sind es immer häufiger die Reisemobilhersteller selbst, die dem beliebten Fiat Ducato zu einem neuen Gesicht verhelfen. Nicht alle begnügen sich dabei mit einem Emblem oder Kühlergrilleinsatz. Nach Rapido entwickelte Dethleffs eine eigenständige Front . Dahinter tut sich im Modelljahr 2012 einiges. Alle Fiat-Motoren erfüllen die strengere Euro-5-Norm und decken ein größeres Leistungsspektrum ab . Ford liefert ab Herbst Euro-5-Maschinen für den Transit und stärkt den Basismotor. Schon seit Einführung des aktuellen Master führt Renault Motoren nach neuer Norm im Angebot. Zur Saison 2012 taucht der Renault erstmals bei einem großen Reisemobilhersteller in Form des Adria Matrix Supreme auf. Was nichts daran ändert, dass der Fiat Ducato an glorreiche Zeiten anknüpft. In diesem Jahr steigerte er seinen Marktanteil als Basisfahrzeug auf stolze 69 Prozent.

Feste Hülle

Hochwertige Aufbauten bleiben kein Privileg der Luxusmobile. Dieser Trend hat nichts mit Retro-Ideen zu tun. Die traditionelle Holzfachwerkbauweise des Aufbaus befindet sich auf dem Rückzug. Gefragt sind dauerhafte, stabile und dabei möglichst leichte Materialien. Bei Carthago und Eura Mobil verzichtet man schon länger auf hölzerne Verstärkungen. Davon profitieren jetzt auch die neuen günstigeren Baureihen. Dethleffs vermeldet einen holzfreien Aufbau ab der Globetrotter-Klasse. Die Top-Modelle von Rapido werden nun durch ein Aluminium-Gerippe verstärkt. Knaus schützt den Unterboden des Sky TI durch GfK. Die Bodenkonstruktion hat man sich ebenfalls beim Hymer Exsis-i vorgenommen: Die neuen Modelle kommen ohne hölzerne Zusätze am Aufbau aus. Aufwendige Monocoque-Technik bringt Reimo ins Spiel. 

Mit Durchblick

Große Dachfenster verhelfen zu neuen Aus- und Einsichten. Mehr Licht forderte nicht nur Goethe mit seinen letzten Worten. Auch Reisemobilfahrer wünschen sich an trüben Tagen große Dachluken. Die gibt’s inzwischen in allen Klassen. Dass noch etwas mehr geht, zeigt Dethleffs beim Esprit T, wo sich ein Fensterband über dem Fahrerhaus bis zum Wohnraum zieht. Knaus rühmt sich beim Sun TI mit dem größten Glasdach, das eine Fläche von 2,20 auf 1,10 Meter erreicht. Ähnliche Erleuchtung findet man im Luxussegment. Concorde entwickelte für die dritte Generation des Charisma gleich zwei riesige Dachfenster. Eines davon öffnet sich wie ein Schiebedach. Die Idee stammt von einem externen Designer. Er ließ sich dabei von frühen Campingerlebnissen inspirieren. Für ihn gehört seit jeher der Anblick des Sternenhimmels zum mobilen Urlaub. So fügt sich auch der spektakuläre Luxusliner in den Retro-Reigen der Jubiläumsmesse.

Jetzt noch ein Euro-4-Modell kaufen?

Der Saisonwechsel bedeutet gleichzeitig den Umstieg von Euro-4- zu Euro-5-Motoren im Reisemobil. So weit die Theorie. In der Praxis stehen noch Euro-4- Neufahrzeuge bei Händlern. Modelle auf Ford-Chassis sind ohnehin erst gegen Jahresende mit Euro-5-Technik zu haben. Kann man bedenkenlos ein Euro-4-Modell erwerben? Bis Ende des Jahres dürfen diese Fahrzeuge ohne Weiteres zugelassen werden. Danach wird eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Die grüne Umweltplakette ist auch den Euro-4-Modellen sicher. Warum dann – abgesehen vom besseren Umweltgewissen – überhaupt zu einem Euro-5-Modell greifen? Fiat verspricht sparsamere Motoren. Ein weiterer Kostenvorteil steht noch nicht fest: Falls der neue Ducato von den Zulassungsbehörden in die Schadstoffklasse S4 statt in S3 eingestuft wird, ergibt sich pro Jahr eine um 80 Euro geringere Kfz-Steuer. Mit dem Rußfilter befindet sich aber auch ein zusätzliches – wenn auch selten benötigtes – Verschleißteil an Bord. Wie sich in ferner Zukunft Umweltzonen und damit der Wertverlust entwickeln werden, kann heute noch niemand sagen. Fazit: Wer heute ein Euro-4- Reisemobil erwirbt, bekommt eine bewährte Technik. Für alle zukünftigen Unwägbarkeiten sollte ein Preisvorteil entschädigen.

Kommentar

Die Krise auf dem Reisemobilmarkt ist überwunden. Es geht wieder leicht bergauf. Nun setzen sich in der Entwicklung offenbar die Praktiker durch. Der Jahrgang 2012 zeigt überwiegend sinnvolle, zweckmäßige und überschaubare Ideen. Ohne jeden Zweifel ist das ein richtiger und vernünftiger Weg. Weiter so. Dennoch bleibt eine Bitte an die Produktplaner: Vergesst bei allen Verbesserungen die Faszination eines Reisemobils nicht ganz. Waren es nicht spektakuläre Studien und verrückte Ideen, die den Besuch auf dem Caravan-Salon immer spannend machten, die bei uns Lust am Kaufen und Reisen weckten? Nur Mut!

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Eppler, Krieger, Regenscheit, Tschovikov, Unruh

Datum

17. August 2011
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