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Nachruf: Erwin Hymer ist tot

Am 11. April ist Erwin Hymer im Alter von 82 Jahren verstorben. Der Unternehmer und Gründer der Hymer AG war Pionier und prägende Persönlichkeit der europäischen Freizeitfahrzeugindustrie.

1957 entwickelt Erwin Hymer seinen ersten Caravan. Der Ur-Troll genannte Hubdachwagen ist nicht nur Vorläufer der bis heute gebauten Touring-Baureihe, sondern auch Grundstein für die führende Herstellergruppe der Branche.
 
Im elterlichen Betrieb in Bad Waldsee, wo zuvor Landmaschinen entstanden, baut Erwin Hymer nach dem Ingenieursstudium und ersten beruflichen Erfahrungen beim Flugzeughersteller Dornier eine Caravan-Produktion auf. 1961 entsteht mit dem Caravano das erste Wohnmobil, ein Ausbau auf Basis eines Borgward-Kastenwagens.

Das erste Hymermobil folgt 1971, hat aber zunächst noch ein Transporter-Fahrerhaus. Schon früh erkennt Erwin Hymer jedoch die Vorteile der integrierten Bauweise. Mit eigenständiger Front und Hubbett treten die Hymermobile in den 70er Jahren ihren Siegeszug an; B-Klasse und S-Klasse werden zum Begriff für die wachsende Zahl der Wohnmobilfreunde. Die seit 1978 verwendete PUAL-Technik trägt ihren Teil bei.
 
Gleichzeitig baut Erwin Hymer das Unternehmen weiter aus. Er gründet 1980 die CMC und fasst darin die Marken Dethleffs und TEC zusammen. In den 80er Jahren wächst das Hymer-Modellangebot. Alkovenmobile, Teilintegrierte und Campingbusse kommen hinzu. Auch die Verkaufszahlen steigen.

Erwin Hymer - Visonär und Branchen-Pionier

1990 geht der führende europäische Wohnmobilhersteller als Hymer AG an die Börse. Erwin Hymer, inzwischen Ehrenpräsident des Herstellerverbands, vergrößert seinen Firmenverbund Schritt für Schritt. Der Hersteller LMC kommt 1991 unter das Dach der CMC. Die Hymer AG vergrößert sich 1996 um die Nobelmarke Niesmann+Bischoff, später auch durch die Übernahme von Bürstner und Laika. Zusammen mit Dethleffs gründet die Hymer AG 2005 die Tochterfirma Capron, Hersteller von Sunlight und Carado.
 
Nicht nur durch Marken und Modelle bewegt Erwin Hymer die Branche. Seine Kunden kommen bereits ab 1994 in den Genuss der Hymer-Card. Unter dem Namen Movera formt er 1998 eine eigene Zubehörsparte. 2001 belegt die Marke Hymer auf dem Caravan-Salon erstmals eine eigene Halle und weiht  ein Jahr später eine neue Firmenzentrale in Bad Waldsee ein. 2007 nimmt man eine 24000 Quadratmeter große Montagehalle in Betrieb. Kurz zuvor öffnet das Expocamp, ein imposantes Verkaufszentrum für alle Marken der Hymer-Gruppe in Wertheim seine Pforten.

Die Hymer AG bleibt ein Familienunternehmen

Erwin Hymer zieht sich Anfang 2008 aus dem Aufsichtsrat zurück, bleibt aber in seinen Firmen präsent. Die Branchenkrise der Jahre 2009 und 2010 geht auch an der Hymer AG nicht spurlos vorüber, doch das Unternehmen bewahrt sich eine führende Stellung in Europa. Wohl auch unter dem Eindruck der Krise soll die Hymer AG wieder zu einem Familienunternehmen werden. Erwin Hymer, stets Mehrheitsaktionär seiner Firma, kauft Aktien zurück.

Zur gleichen Zeit tritt die von ihm ins Leben gerufene Stiftung mit einem architektonisch anspruchsvollen Neubau ins Rampenlicht. Ende 2011 eröffnet das Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee. Die Sammlung historischer Wohnemobile und Caravans veranschaulicht nicht nur das Lebenswerk des Gründers, sondern auch die gesamte Geschichte der mobilen Freizeit, die untrennbar mit dem Namen Erwin Hymer verbunden ist.

Report: Günstige Reisemobile

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promobil Archiv

Datum

12. April 2013
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