Mobile Menschen: Stefan Glowacz 9 Bilder Zoom

Extrembergsteiger Stefan Glowacz im Wohnmobil: Kletterkünstler

Er geht weiter, wo andere längst haben umdrehen müssen. Stefan Glowacz ist einer der besten Extrembergsteiger der Welt. Stefan Glowacz findet sein Ziel immer nur unterwegs. Dort ist er zu Hause.

Wie ist er da bloß hingekommen? Und wie will er von dort wieder wegkommen? Nur von den Fingern seiner rechten Hand gehalten, hängt er frei über dem Nichts. Mehrere Meter weit ragt der Felsvorsprung über den Abgrund. Zurück kann er nicht. Er muss weiter, und er muss es ganz allein aus eigener Kraft schaffen. Vor über 20 Jahren entstand diese Aufnahme, während er in Australien ohne Seil eine hunderte Meter hohe Wand durchstieg.

Das Bild ist eines der bekanntesten Kletterfotos überhaupt. Es zeigt Stefan Glowacz. Und es zeigt ihn nicht. Denn längst klettert der 48-Jährige nach einem Unfall vor 20 Jahren nicht mehr ohne Sicherung. Längst hält er es für arrogant und überheblich, sein Leben aufs Spiel zu setzen, um ihm oder auch sich selbst auf die Spur zu kommen.

Unterwegs ist das Ziel

Ein Mensch der Extreme ist Stefan Glowacz, der sich vom Wettkampfkletterer zum Abenteurer und Geschichtenerzähler entwickelt hat, immer noch. Er braucht die Bewegung, weil er nur im Unterwegs seine Ziele findet, immer wieder unterschiedliche hier und dort und anderswo. Wer immer bleibt, wo er sicher ist, traut sich nur nicht, in stetiger Veränderung anzukommen. Für Stefan Glowacz, einst Pionier des Freeclimbing und heute immer noch einer der erfolgreichsten deutschen Extremkletterer, ist es genau andersherum. Wer nie weg will, ist irgendwann selbst das Ende seiner eigenen Welt. Einer sehr kleinen Welt.

Glowacz zieht es zu den Enden einer sehr großen Welt, zu deren unerforschten Rändern, an denen Herausforderung wartet, Überraschung, Befriedigung. Und an denen die Grenzen des eigenen Selbst zu erfahren sind. In Kanada war er unterwegs, auf Baffin Island und in Grönland, in Venezuela, Kenia und Nepal. Nach Patagonien führten ihn seine Expeditionen und in die Antarktis.

Die erste Reise im VW-Campingbus

Die erste eigene Reise – Jahrzehnte liegt sie zurück – unternimmt er mit Freunden in einem VW Bus. Sie führt in die Alpen und nach Italien. Über das, was unterwegs passierte, schweigt Stefan Glowacz lieber vielsagend. Allein, dass der Bus ein alter und klappriger war, ist zu erfahren.

Mit einem völlig anderen Bus, dem von Joe Neureuther gebauten Multicamper Adventure, begab er sich kürzlich in die Berge vor seiner Haustür. Der Allrad-Camper passt bestens zum Abenteurer Glowacz. Beide kommen auch dort noch weiter, wo andere stehen bleiben oder umkehren müssen. Und beide beschränken sich lieber, als faule Kompromisse zu machen. „By fair means“ nennt Glowacz den Ansatz, der seinen Expeditionen zugrunde liegt und der sich darum dreht, den technischen Aufwand und Hilfsmittel aufs Nötige zu reduzieren, um stattdessen mit einfachen Mitteln ein Ziel zu erreichen.

Mit dem Allrad-Campingbus auf Expeditionsfahrt

Kein anderer Gedanke liegt Neureuthers Fahrzeug zugrunde: möglichst passend für jeden Kunden, nicht möglichst viel von allem. „Ich will ja nicht, dass der Kunde meinen Campingbus mit nach Hause nimmt, sondern einen, den er sich so zusammenstellt, dass er unterwegs genau das hat, was er braucht”, sagt Joe Neureuther. Während sich der Multicamper jenseits der Kreuzalm bei Garmisch-Partenkirchen einen engen, steinigen Weg hochfrisst, müssen Glowacz und Neureuther kurz halten, um ein paar Ziegen passieren zu lassen, doch anschließend kommt der Allrad-T5 ohne Probleme wieder in Tritt. „Irre“, sagt Glowacz, „der klettert die steilsten Wege hoch.“ Unterhalb der Zugspitze finden sie einen Platz für die Nacht, ziehen die Schlafsäcke aus den Schränken, stellen das Panoramadach auf und entscheiden, dass noch genug Zeit bleibt für einen kleinen Abstecher weiter in die Berge und zum Fels.

Als sie zurück zum Bus kommen, hat das was von einer Heimkehr. „Auf Expeditionen merkst du schnell, wie wenig du brauchst, um glücklich zu sein“, sagt Glowacz, „ein sicherer Lagerplatz, ein trockener Schlafsack, und wenn dann einer nach dem Essen noch ein Stück Schokolade rauskramt, ist das der Himmel.“ Schon der dünne Stoff eines Expeditionszelts kann Glowacz genügend Geborgenheit bieten, während draußen die Welt untergehen will. Und so gesehen ist die Bleibe dieser Nacht, ein kleiner Campingbus mit Aufstelldach, sogar richtig luxuriös.

Zur Person: Stefan Glowacz

• geboren am 22.3.1965 in Tittmoning, Bayern
• Mittlere Reife, Lehre als Werkzeugmacher
• Profi-Bergsteiger, Extremkletterer, Unternehmer
• Vater von Drillingen
• Verheiratet mit Tanja Valérien-Glowacz

Zum Campingbus auf VW T5

• Neureuther Multicamper Adventure
• Basis: VW T5 Transporter Kombi, neu oder gebraucht
• Preis inklusive Neufahrzeug: ab 35.900 Euro
• 8 Möbelmodule ab 5090 Euro

Mehr über Stefan Glowacz lesen Sie bei unseren Kollegen von klettern.de

Autor

Foto

Neureuther, Glowacz

Datum

16. Februar 2014
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