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News: Michelin-XC-Camping-Reifen

Die Wunschreifen vieler Reisemobilisten sind im Handel kaum verfügbar. Wieso ist der Michelin XC Camping so ein rarer Typ?

„Verzweifelt versuche ich seit Wochen, Michelin-XC-Camping-Reifen der Größe 215/75 R 16 C für mein Reisemobil zu erstehen. Ich habe schon an die 30 Reifenhändler in ganz Deutschland angerufen, keiner hat sie auf Lager, und alle bekommen vom Hersteller Michelin keinen Liefertermin. Sitzen die Leute auf einem so hohen Ross?“

Verständlicher Ärger über ausbleibenden Reifennachschub, wie von promobil-Leser Alois Mora erlebt, staut sich seit Monaten bei Fahrzeug-Eignern, deren Wohngehäuse auf dem Chassis des Ducato 18 oder Maxi rollt – immerhin ein Großteil der hierzulande und im benachbarten Ausland gehandelten Reisemobile überhaupt. Seit Jahren werden die „Maxi“-Reisemobile zu 100 Prozent mit den besonders belastungsfähigen Michelin-Sommerpneus erstausgestattet. Da Fahrer von Michelin-Erstausrüstungsreifen laut jüngster Studie der Marktforscher von J.D. Power besonders markentreu sind, wird auch der XC Camping entsprechend häufig beim Handel nachgefragt. Die enttäuschende Antwort: „Momentan nicht lieferbar“ – „Lieferbarkeit nicht absehbar“ – „Nicht vor Frühjahr 2005“. So und ähnlich werden XC-Camping-Reifenkäufer offenbar seit Monaten vom örtlichen Reifenhandel beschieden und auf andere Marken verwiesen; auch einschlägige Versandadressen wie der Online-Handel www.reifen-profis.de können nicht helfen.

Interview

„Wir legen neue Mengen fest“

Die Konkurrenzmarken dürfte der Engpass erfreuen, die Reisemobil-Eigner weniger. promobil befragte Michelin-Produktmanager Helge Hoffmann zum Stand des Lieferproblems.

promobil: promobil-Leser klagen seit Monaten über Beschaffungsprobleme beim Reifentyp Michelin XC Camping. Können Sie die bestätigen?

Hoffmann: Auch wenn wir es sehr bedauern, muss ich den Lieferengpass für die Reifen bestätigen; er betrifft die Reifengröße 215/75 R 16 C. Die weiteren vier XC-Camping-Dimensionen* sind mit normalen Lieferfristen verfügbar.

promobil: Warum grenzen Sie die Produktion dieses sehr gefragten Reifentyps auf Ihr französisches Werk in Cholet ein? Michelin könnte doch bei Lieferengpässen auch auf andere Werke, unter anderem in Deutschland, ausweichen.

Hoffmann: Wegen der so genannten Homologation für die Reifen-Erstausrüstung – hier zum Beispiel am Fiat Ducato – sind wir an das entsprechend freigegebene Werk gebunden. Dass dies tatsächlich unser Werk in Cholet in Frankreich ist, hat keinen direkten Bezug zu den Lieferengpässen. Marktentwicklungen für Erstausrüstung und Ersatzmarkt zusammen sind schwer abzuschätzen. Dies gilt umso mehr, wenn man, wie im vorliegenden Falle, 100-prozentiger Erstausrüster ist. Unvorhergesehene Auftragsentwicklungen schlagen dann sofort durch und gehen zunächst leider oft zu Lasten des Ersatzmarkts.

promobil: Um so mehr wäre zu wünschen, dass der Reifenproduzent Erstausrüstung und Ersatzmarkt klarer trennt und schneller auf den Bedarf von Reisemobilisten reagiert.

Hoffmann: Der Reifenmarkt lebt von gelagerter Ware, und Lagerbestände kosten viel Geld. Sie werden daher – und das gilt für alle Branchen – möglichst klein gehalten. Ob dieser Mini-Bestand im vorliegenden Fall zu klein kalkuliert war, kann man nicht in einem Satz klärend beantworten.

promobil: Können Sie zumindest eine bessere Liefersituation in Aussicht stellen?

Hoffmann: Die streben wir natürlich an und reagieren auf diese Situation, indem wir jetzt für die kommende Frühjahrssaison beim XC Camping neue und größere Produktions- und Lagermengen festlegen.

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Datum

2. Januar 2005
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