Knaus-Tabbert: Neue Geschäftsführung Zoom

Knaus-Tabbert: Neuer Geschäftsführer im Interview

Die Geschäftsführung von Knaus-Tabbert ist neu formiert: Wolfgang Speck folgt auf Giovanni Marcon. promobil hat Speck und seinen Geschäftsführerkollegen Michael Tregner zur Situation der Knaus-Tabbert-Gruppe und den Zielen befragt.

Herr Speck, wie haben Sie sich auf Ihre neue Aufgabe vorbereitet?

W. Speck: Vor drei Jahren hat sich der Kontakt zu unserem Investor HTP konkretisiert. Seitdem habe ich als Geschäftsführer von HTP Automotive unsere Betriebe der Kunstsoff- und Metallbranche Geiger, Reum und Halberg für HTP gekauft, geleitet und zu einem eigenständigen Bereich mit 650 Mio. Euro Umsatz und 4000 Mitarbeitern an zwölf Standorten zusammengeführt. Als kleine Vorbereitung auf meine neue Aufgabe habe ich mit meiner Familie, meiner Frau und vier Kindern, erst vor kurzem Urlaub im Caravan gemacht. Derzeit arbeite ich mich intensiv in unser umfangreiches und wirklich tolles Produktprogramm der Marken Knaus, Tabbert, Weinsberg, Wilk, Bavaria Camp und Tab ein.

Sie sind als Sanierer bekannt. Ist Knaus Tabbert ein Sanierungsfall?

W. Speck: Definitiv nicht. In den letzten drei Jahren wurden die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt. Seitdem hat das Unternehmen Marktanteile zurückgewonnen und arbeitet inzwischen profitabel. Jetzt gilt es, daß Unternehmen fit zu machen für einen Markt, der in Europa nur noch in begrenztem Umfang Wachstumschancen bietet.

Was sind Ihre ersten Maßnahmen? Sind Rationalisierungen geplant?

W. Speck: Kunden und Händler stehen bei Knaus Tabbert und zweifellos in meinem Arbeitsprogramm im Mittelpunkt. Daneben wollen wir das Unternehmen schlagkräftiger, schlanker und flexibler sowohl in Verwaltung als auch in den Produktionsbereichen aufstellen. Wir haben mit unseren Marken den Anspruch, führend in Qualität und Zuverlässigkeit zu sein. Neben der kontinuierlichen Optimierung von konstruktiven Details und Fertigungsprozessen werden das permanente Training unserer Mitarbeiter vor Ort in den Fertigungs- und Montageprozessen sowie gezielte Fortbildungsmaßnahmen sicherlich Schwerpunkte unserer Maßnahmenpläne sein.

Herr Tregner, wie lief 2012 für Knaus Tabbert? Wie sehen Sie sich produktseitig aufgestellt?

M. Tregner: Das Jahr 2012 war für Knaus Tabbert sehr facettenreich. Es war ein Jahr mit einem bis dato einmaligen markenübergreifenden Feuerwerk - acht neue Reisemobilbaureihen und fünf neue Caravanbaureihen -, verbunden mit neuen Patenten und Gebrauchsmustern. Somit sind wir in allen wichtigen Segmenten wieder sehr gut vertreten. Von unseren Kunden bzw. vom Markt wurde diese Modelloffensive honoriert mit sehr guten Verkäufen und einer Vielzahl nationaler und internationaler Auszeichnungen, wie zum Beispiel den begehrten Red Dot Design Award sowohl für den Grande Puccini von Tabbert als auch den Van TI von Knaus, den Preis "Motorhome of the Year" in Enland oder auch in Holland mit dem Reisemobil des Jahres. Letztendlich konnten wir unseren Umsatz zum Vorjahr um 13 Prozent steigern. Auch die Inbetriebnahme der modernsten Kastenwagenfertigung der Branche und der Bau eines neuen Kundendienstzentrums wurden 2012 verwirklicht. Es war aber auch ein Jahr, insbesondere die zweite Jahreshälfte, in dem auch wir mit zunehmend verschärften europäischen Marktbedingungen konfrontiert wurden.

Wo sehen Sie noch Lücken im Programm? Wäre da nicht noch Luft für einen dreiachsigen Integrierten?

M. Tregner: Das Fundament unseres derzeitigen Modellprogramms ist mehr denn je gefestigt. Jetzt liegt der Fokus in der Schaffung intelligenter Säulen. Im Klartext werden wir dem Markt dieses Jahr weitere Baureihen präsentieren und bestehende Baureihen im Hinblick auf länderspezifische Nachfragen ausbauen. Auch die Optimierung bzw. Feinarbeit stehen dabei auf der Agenda. Bezüglich eines dreiachsigen Integrierten dürfen wir Ihnen verraten, dass bereits umfangreiche Vorarbeiten geleistet wurden, wir ausgiebige Tests und Simulationen vollziehen und wenn die Zeit reif ist in gewohnter Weise durchstarten. Lassen sie sich überraschen.

Viele Hersteller gehen davon aus, dass der Markt 2013 schwieriger wird. Wie reagiert Knaus-Tabbert darauf? Planen Sie, einzelne Marken eventuell zu streichen?

M. Tregner: Wir werden die Profile unserer Marken weiter schärfen, beispielsweise Weinsberg als Einsteigermarke, Knaus als Vollsortimenter und Tabbert im Premium Segment verstärkt etablieren. Begriffe wie gezielte Konsolidierung und "auf Sicht fahren" möchten wir hierbei nicht unerwähnt lassen, ohne dabei die Bedürfnisse unserer Kunden aus den Augen zu verlieren. Diese standen und stehen auch weiterhin im Fokus unseres Handelns. 

Soll Knaus-Tabbert verkauft werden?

W. Speck: Das Unternehmen steht definitiv nicht zum Verkauf. Das Unternehmen und seine Marken bietet noch so viel Potenzial zur Wertsteigerung. Die Gesellschafter sind aktiv und engagiert dabei. Die Mannschaft ist bis in die Haarspitzen motiviert. Es macht einfach richtig viel Spaß.

Foto

promobil

Datum

4. März 2013
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