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Traditionsmarke Westfalia: Interview mit Geschäftsführer Mike Reuer

Wir haben den Westfalia-Geschäftsführer zur künftigen Ausrichtung der Traditionsmarke befragt. Was erwartet uns für das Jahr 2016 und wie entwickelt sich die Zusammenarbeit mit der Muttermarke Rapido?

Steht eine Verlagerung der Westfalia- Produktion weiterhin zur Diskussion?

Wir sind in positiven und konstruktiven Gesprächen mit der IGM, mit dem Ziel, einen Haustarifvertrag abzuschließen. Es sieht danach aus, dass es möglicherweise Ende September wird, bis ein Ergebnis vorliegt. Sollten sich die Verhandlungen doch noch länger als beschrieben hinziehen, werden wir uns möglicherweise gezwungen sehen, Tatsachen zu schaffen. Das ist aber heute noch nicht absehbar.

Warum wird die Produktionsverlagerung überhaupt in Erwägung gezogen?

Die Arbeitskosten am Standort Rheda-Wiedenbrück sind zu hoch. Wir arbeiten intensiv an Optimierungsmaßnahmen auf allen Ebenen, an Materialkosten, Energiekosten, an unserer Produktionseffizienz und müssen ebenfalls mit unseren Lohnkosten eine branchengerechte und wettbewerbsfähige Struktur absichern.

Wie sieht die Modellpolitik bei Westfalia künftig aus? Was kommt für 2016?

Zum Caravan-Salon bringen wir den Club Joker City mit Aufstelldach auf T6-Basis und den neuen Amundsen 600 mit Längseinzelbetten auf dem Sechs-Meter-Fiat-Ducato. Gleichzeitig werden wir eine Neuauflage des Jules Verne auf Mercedes-Vito-Basis zeigen und ein weiteres, neues Fahrzeug auf VW-Basis mit Aufstelldach. Beide sind hauptsächlich für den französischen Markt entwickelt und gebaut. Natürlich werden diese Fahrzeuge auch unseren Händlern und Kunden in Deutschland zur Verfügung stehen.

Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit mit Ihrer Muttermarke Rapido?

Die Kastenwagenmodelle aus der Rapido-Gruppe werden auch in Zukunft in den einzelnen Märkten nebeneinander bestehen. Während die Kollegen in Frankreich ihre Fahrzeuge mit dem französischen Flair und einem eher mediterranen Ambiente ausstatten, sind die Westfalia-Modelle doch stärker im modernen, automotiven Stil mit den bekannten Hell-dunkel-Kon­trasten versehen. Das unterscheidet die Marken. Die übergeordneten Skalierungseffekte, die wir über gemeinsame Einkaufs- und Produktionsstrategien erzeugen, lassen dabei alle Marken voneinander profitieren.

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Datum

2. September 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 08/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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