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News: Interview mit Rigano-Chef François Feuillet

„Unser Hauptziel ist Deutschland“ Der Name Trigano ist hierzulande nur wenigen Reisemobilkäufern geläufig. Dennoch zählt die französische Gruppe zu den Riesen unter den europäischen Reisemobilherstellern. promobil befragte Trigano-Chef François Feuillet über Pläne und Ziele.

promobil: Zur Trigano-Gruppe gehören Unternehmen in Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien. Warum ist keine deutsche Marke dabei?

Feuillet: Trigano konnte bislang kein deutsches Unternehmen kaufen, obwohl Deutschland seit vier oder fünf Jahren unser Hauptziel ist. Zweifellos werden wir die Sache noch einmal angehen. Trigano will gleichwohl seinen Reisemobilmarken mit hoher Bekanntheit einen Status als „europäische Marke“ sichern, der im jeweiligen Heimatland ebenso anerkannt wird wie auf allen Nachbarmärkten, unter denen Deutschland an erster Stelle steht.

promobil: In Deutschland ist Trigano mit vielen Marken präsent, die sich im gleichen Segment bewegen. Haben die Marken ausreichend Eigenständigkeit? Oder will Trigano seinen Auftritt als Gruppe verstärken?

Feuillet: Trigano stützt sich auf starke Marken, an erster Stelle die Marke Trigano selbst. Jedes der Tochterunternehmen wird in dezentraler Weise vom Chef der jeweiligen Business Unit geführt. Dennoch wird es speziell im Fall Deutschland eine gemeinsame Aktion geben. Ich kümmere mich persönlich darum.

promobil: Derzeit kommen die Trigano-Reisemobile über drei Wege nach Deutschland: über Trigano Deutschland, Koch-Freizeitfahrzeuge (Chausson) und RMZ (Benimar). Welche Strategie planen Sie für die Zukunft?

Feuillet: Wir bevorzugen einen differenzierten Ansatz bei den Händlernetzen. Das ist in Deutschland der Fall, aber auch in anderen europäischen Ländern. Das Händlernetz muss nah am Hersteller sein. Dazu gehört eine Handelsorganisation mit menschlicher Größe.

promobil: Neue Regelungen bringen Bewegung in die Händlerschaft. Wie reagiert Trigano?

Feuillet: Trigano hat nie Exklusiv-Händler angestrebt. Dennoch sind wir die Nummer eins in Frankreich, England, Spanien und Belgien und die Nummer zwei in Italien. Mit der europäischen Neuregelung der Händlerverträge sind die deutschen Händler keiner Exklusivität mehr unterworfen, die ihre Auswahl einschränkt und abhängig macht. Ich denke, das ist ein Fortschritt, der es Trigano erlaubt, Handelsbeziehungen zu neuen Partnern aufzubauen.

promobil: Der Service bleibt eine große Herausforderung. Welche Pläne verfolgt Trigano?

Feuillet: Trigano hat dem Service immer höchste Priorität eingeräumt. Wir besitzen mit Trigano-Service das erste europäische Ersatzteilzentrum, und wir werden dem Händlernetz ein Intranet-System für mehrere Sprachen, Marken und Lager zur Verfügung stellen.

promobil: Große Trigano-Marken wie Chausson oder Ci bieten vor allem Alkoven und Teilintegrierte. Wo bleiben die Integrierten?

Feuillet: Trigano ist in allen Segmenten des Reisemobilmarkts präsent. Wir haben kürzlich mit Erfolg – insbesondere in Deutschland – einen Campingbus unter dem Markennamen Trigano eingeführt. Integrierte kommen von Arca in Italien und Autostar in Frankreich. Eine verstärkte Weiterentwicklung dieser Produkte steht für 2004/2005 an.

promobil: Derzeit gibt es in Europa wenige große Gruppen von Reisemobilherstellern. Wie viele Gruppen wird es in zehn Jahren geben? Welche Position wird Trigano einnehmen?

Feuillet: Trigano möchte ähnliche Marktanteile in allen europäischen Ländern. Was die Reisemobile betrifft, liegt unser Marktanteil in Europa bei 23 Prozent, doch diese Zahl verbirgt große Ungleichgewichte. Auch wenn Chausson in Deutschland die Nummer eins unter den Importmarken ist, muss unser Marktanteil dort steigen. Wir stehen immer bereit, wenn es um den Erwerb eines deutschen Herstellers geht. Die Anzahl der wichtigen Gruppen – derzeit sieben – dürfte zunehmend zurückgehen, doch immer noch größer als vier bleiben.

Trigano in Zahlen

Zur Trigano-Gruppe gehören neben Reisemobil- und Caravanmarken unter anderem auch Hersteller von Anhängern, von Campingzubehör und von Gartengeräten. Der Gesamtumsatz beläuft sich im Geschäftsjahr 2002/2003 auf 650 Millionen Euro, die Belegschaft auf 3200 Mitarbeiter. Zehn Werke produzieren Freizeitfahrzeuge. Reisemobile bilden dabei mit 14 000 Exemplaren pro Jahr den Schwerpunkt. Die neun Marken sind: Trigano, Arca, Autostar, Auto-Trail, Benimar, Challenger, Chausson, Ci und Roller Team. Die Produktion von Caravans liegt derzeit bei 6500 Stück im Jahr, hinzu kommen 800 Mobilheime. François Feuillet hält rund 51 Prozent des Aktienkapitals, das an der Pariser Börse mit einem Wert von etwa 350 Millionen Euro notiert wird.

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Datum

10. Oktober 2003
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