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Interview mit Pierre Rousseau: Westfalia muss nach vorn

Seit Ende 2010 gehört Westfalia zur Rapido-Gruppe. promobil sprach mit Rapido-Chef Pierre Rousseau über die Strategien des französischen Markenverbunds.

Was ändert sich für Westfalia, nachdem die Marke ein Teil der Rapido-Gruppe geworden ist?

Rousseau: In den vergangenen Jahren hat sich Westfalia fast ausschließlich auf die Aufträge aus der Automobilindustrie konzentriert. Ich denke, dass die Marke Westfalia mehr wert ist. Wir werden selbstverständlich weiterhin für Mercedes, Ford und Opel produzieren. Es ist aber unerlässlich, dass Westfalia mehr eigene Produkte entwickelt und dafür ein europäisches Händlernetz aufbaut. In Zukunft soll es ein Gleichgewicht zwischen Auftragsfertigung und eigenen Produkten geben. Nicht unbedingt, was die Stückzahlen betrifft, aber hinsichtlich der wirtschaftlichen Bedeutung.

Zum Westfalia-Erfolg gehörten in früheren Zeiten auch VW-Campingbusse. Wird es künftig wieder ausgebaute VW-Modelle geben?

Rousseau: Es ist heute noch zu früh, um über einen Ausbau von VW-Kastenwagen zu sprechen. Wir werden uns aber sicher mit dieser Frage beschäftigen.

In den Glanzzeiten exportierte Westfalia einen beträchtlichen Teil der Produktion in die USA. Ist das auch ein Weg für die Zukunft?

Rousseau: Der Name Westfalia hat international einen sehr guten Ruf. Ein Export in die USA ist heute kein Thema. Bis 2014 denken wir vor allem an Europa. Aber für die weitere Zukunft will ich das nicht ausschließen.

Wie geht es mit der Entwicklung neuer Modelle bei Westfalia weiter?

Rousseau:Bereits in Düsseldorf wird ein neues Modell zu sehen sein, ein Ausbau des Mercedes Viano mit Toilette an Bord.

Im Modelljahr 2009 tauchte plötzlich ein Teilintegrierter im Westfalia-Angebot auf. Ist dieses Segment für die Westfalia-Zukunft interessant?

Rousseau: Ein Teilintegrierter ist für die Marke Westfalia kein Thema mehr.

Innerhalb der Rapido-Gruppe gibt es seit einigen Jahren den französischen Campingbusspezialisten Campérêve. Wird es dort eine Kooperation mit Westfalia geben?

Rousseau: Es gibt keine Zusammenarbeit zwischen Campérêve und Westfalia. Westfalia wird eigenständig bleiben. Die Marke muss zu ihren Wurzeln zurückfinden, zu den Werten von vor 20 Jahren.

Wie hat sich die jüngste Wirtschaftskrise auf die Rapido-Gruppe ausgewirkt, und welche Rolle spielt der Export?

Rousseau: Rapido ist gut durch die Krise gekommen. Wir wachsen inzwischen wieder deutlich. Bis wir das Vorkrisenniveau von 2007 wieder erreichen, wird es aber noch einige Zeit dauern. Wir haben im Export etwas verloren, was vor allem am italienischen, spanischen und englischen Markt liegt. Der Exportanteil liegt heute bei etwa 30 Prozent. Für uns ist Skandinavien der wichtigste Exportmarkt, an zweiter Stelle folgt Deutschland.

Wie sehen Ihre Strategien für die Marken Itineo, Esterel und Fleurette aus?

Rousseau: Itineo verzeichnet insgesamt starke Zuwächse und hat gute Perspektiven, auch in Deutschland. Esterel wird sich neu entwickeln. Bislang haben wir ausschließlich auf Mercedes-Fahrgestelle gebaut. Erstmals wird es nun auch Modelle auf Fiat Ducato geben. Wir halten aber an der aufwendigen Bauweise des Topmodells Exclusive fest. Fleurette-Reisemobile werden zur Saison 2013 unter dem Namen Florium nach Deutschland kommen.

Wie arbeiten die Marken innerhalb der Rapido-Gruppe zusammen?

Rousseau: Es gibt Synergien bei Technik und Vertrieb, die aber begrenzt bleiben. Ich will für jede Marke eine eigene Identität erhalten.

Können Sie sich noch weitere Marken innerhalb der Rapido-Gruppe vorstellen?

Rousseau: Die Gruppe ist groß genug, um auch in Zukunft in dieser Form auf dem europäischen Markt zu bestehen. Rapido ist es gelungen, sich von einem Faltcaravanhersteller zum Anbieter von hochklassigen Reisemobilen zu entwickeln. Wir haben in unserer Gruppe heute ein komplettes Programm vom Campingbus bis zum Luxusintegrierten mit neun Meter Länge und decken damit alle Bedürfnisse ab.

Fehlen da nicht die Alkovenmodelle?

Rousseau: Ein Alkovenmobil ist für uns kein Thema. Erst recht, seitdem es Teilintegrierte mit Hubbett gibt.

Pierre Rousseau – Zur Person

Im Alter von fünf Jahren verbringt Pierre Rousseau den ersten Urlaub im Caravan. Sein Vater hatte den Faltwohnwagen selbst gebaut. Wenige Jahre später entwickelt sich daraus die Marke Rapido. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft tritt Pierre Rousseau in den väterlichen Betrieb ein und kümmert sich dort vor allem um den Export. 1985 übernimmt er bei Rapido das Ruder, nachdem sein Vater an den Folgen eines Verkehrsunfalls stirbt. Pierre Rousseau ist damals 32 Jahre alt. Er formt das Unternehmen zu einer der führenden Reisemobilgruppen in Europa. Pierre Rousseau ist leidenschaftlicher Hobbypilot und hat eine Tochter und einen Sohn.

Report: Günstige Reisemobile

Datum

28. September 2011
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