Die D.A.S. Rechtsschutzversicherung klärt auf, womit Autofahrer rechnen müssen, wenn sie andere im Straßenverkehr beleidigen. Zoom

Straßenverkehr: Hohe Strafen für Beleidigungen

Die D.A.S. Rechtsschutzversicherung klärt auf, womit Autofahrer rechnen müssen, wenn sie andere im Straßenverkehr beleidigen. Dies kann auch im Ausland zu saftigen Strafen führen.

Mit Schimpfworten oder Gesten sollten sich Autofahrer besser zurückhalten, denn solche Entgleisungen sind kein Kavaliersdelikt: Tatsächlich ist eine im Straßenverkehr getätigte Beleidigung eine Straftat (185 StGB Beleidigung) und kann eine Geld- oder sogar eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

Üblicherweise werden bei Beleidigungen im Straßenverkehr Geldstrafen verhängt. Anders als bei Verkehrsverstößen gibt es für Beschimpfungen und beleidigende Gesten jedoch keinen festen Bußgeldkatalog. Die Höhe des Betrages wird in Tagessätzen bemessen. Deren Anzahl und Höhe sind wiederum abhängig von den Tatumständen und vom Verdienst des Beschuldigten. „Meist werden für eine Beleidigung zwischen zehn und dreißig Tagessätze verhängt. Dreißig Tagessätze entsprechen einem Nettomonatsgehalt”, so die D.A.S. Rechtsexpertin Anne Kronzucker.

Auch wenn es keine vorgeschriebenen Summen pro Beleidigung gibt, können sich Autofahrer an bestimmten Durchschnittswerten orientieren: Bei einem gestreckten Mittelfinger, urteilten Gerichte durchschnittlich mit einer Geldstrafe zwischen 600 bis 4.000 Euro. Zeigt ein Autofahrer einen Vogel, kostet ihn dies rund 750 Euro. Verbale Beleidigungen können von Gerichten mit Geldstrafen zwischen 250 Euro und 2.500 Euro bemessen werden.

Übrigens: Richtet sich die Beleidigung gegen einen Polizisten, kann dies den Hitzkopf richtig teuer zu stehen kommen: Bereits das Duzen eines Polizisten im Eifer der Auseinandersetzung kann mehrere Hundert Euro Strafe ausmachen. Wichtig: Durch die ab 1. Februar 2014 geplante Neuregelung des Verkehrszentralregisters (VZR) sollen ab dann nur noch sicherheitsrelevante Verkehrsverstöße erfasst und mit Punkten geahndet werden – damit entfällt die Speicherung von Beleidigungen im Straßenverkehr im VZR. Bestraft werden diese weiterhin.

Auch im Ausland kennen die Beamten bei Beleidigungen in der Regel kein Pardon. Deshalb sollten Autofahrer auch im Ausland mit unfreundlichen Gesten am Steuer zurückhaltend sein – gerade der „Stinkefinger“ gilt weltweit als Beleidigung. Weitere Informationen unter: www.das.de/rechtsportal.

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Volker Hammermeister

Datum

7. Juli 2013
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