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Premiere: Dethleffs Esprit I 2010: Frische Farben für den Sommer

der neue Esprit I treibt es bunt. Seine pastellfarbenen Wände ziehen Blicke an. Dethleffs will mit dem Integrierten mehr als Mode machen. Erste exklusive Bilder des B-Klasse-Konkurrenten.

Grüne Wiesen, gelbe Blüten, blauer Himmel. An frühsommerlich sonnigen Tagen wird das Allgäu zu einem Fest fürs Auge. Vielleicht kein Zufall, dass hier schon vor Jahren Reisemobile entstanden, die Farbe ins Spiel brachten. Die Marke Deth­leffs – im kleinen Kurort Isny zu Hause – baute farbige Aufbauten früh in Serie und schickte Reisemobile mit knallbunten Fahrerhäusern in großen Stückzahlen auf die Straße. Das kommende Farbenspiel bleibt ein wenig dezenter.


Pastelltöne kleiden den von Grund auf neu entwickelten Esprit I ein. Weniger effektvoll ist die Lackierung deshalb nicht. Deth­leffs-Geschäftsführer Thomas Fritz: „Wir haben ausgehend vom Laguna-Blue des früheren Premium Class eine ganz neue Farbwelt entwickelt.“ Neben dem Originalton des damals spektakulären Topmodells (siehe Seite 36) können die Käufer zwischen einem freundlichen Vanillegelb, ei­nem frühlingsfrischen Hellgrün und einem naturverbundenen Kakaobraun wählen – allesamt keine Metallicfarben und damit nichts, was die Versicherungsprämie nach oben treibt.


Apropos Kosten: Die nächste Überraschung provoziert der neue Esprit mit seinen Preisen. Begann der Einstieg in den integrierten Esprit bislang noch bei rund 75 000 Euro, verspricht Dethleffs für das Modelljahr 2011 einen Grundpreis knapp oberhalb 60 000 Euro. Thomas Fritz: „Wir haben in unserer Produktion die Kosten optimiert und möchten diesen Vorteil an die Kunden weiter geben.“ Das passt in die Zeit.Wer den bisherigen Esprit I gut in Erinnerung hat, wird aber auch bemerken, dass die abgerundete Dachkante beim neuen Modell ebenso verschwunden ist wie das aufwendig dreidimensional modellierte Heck. Wirklich vermissen dürfte es kaum jemand, denn die Formgebung des Neuen kommt nicht wie ein sperriges Sparpaket daher. Ganz im Gegenteil. Designer Michael Studer, der alle aktuellen Deth­leffs-Integrierten zeichnete, liefert mit dem neuen Esprit wohl sein Meisterstück ab. Die früher stark an US-Mobile erinnernde Front gebietet immer noch Respekt, wirkt aber deutlich geschliffener und filigraner. So harmoniert der Esprit I mit der sanft gerundeten Hügellandschaft seiner Heimat. Zu den greifbaren Fortschritten gehört die Motorhaube, die geradezu spielerisch öffnet und schließt. Auch bei der Gestaltung des Fahrerumfelds achtete man noch stärker auf optimale Funktion und damit gute Rundumsicht. Anders als von außen wirkte das Cockpit des Prototyps innen allerdings noch nicht ganz wie aus einem Guss. Bis zur Serie will Dethleffs die Armaturenbrettverlängerung optisch harmonisch anpassen. Einen guten Eindruck hinterließ bereits die Geräuschkulisse. Der Esprit I hielt sich auf der ersten Proberunde durch das Allgäu mit unfeinen Lauten zurück und dämmt den Motorlärm zum manierlichen Grummeln.


Hinter dem großen Kühlergrill der beiden ersten Exem­plare arbeitet der kräftige 3,0-Liter-Motor des Fiat Ducato, der sich in diesem Fall auf das Maxi-Fahrgestell stützt. Durch eine solche Kombination können Leistungs- und Zuladungsfragen als geklärt gelten.


Mit der Generation 2011 kommt für Esprit-Käufer aber auch die 3,5-Tonnen-Grenze wieder in Reichweite. Obwohl der neue Esprit I mindestens eine Länge von 7,14 Meter erreicht, versprechen vorläufige Gewichtsangaben zumindest für zwei Personen ohne große Extrawünsche die Chance auf einen Dreieinhalbtonner. Ein gewichtiger Unterschied zum bisherigen Esprit I: die Bodenkonstruktion. Basierte der Vorgänger noch auf einem Alko-Tiefrahmen mit durchgehendem Kellergeschoss, muss nun die einfache Bodenplatte auf einem Hochrahmen reichen – analog zu dem im vergangenen Jahr eingeführten Esprit Teilintegrierten. Dethleffs-Chef Thomas Fritz: „Der Alko-Hochrahmen spart nicht nur Gewicht, er sorgt auch innen für einen durchgehenden Boden ohne Stolperfallen.“ Der Verzicht auf das Untergeschoss fällt beim Stauvolumen nicht weiter auf. Zwischen den Rahmenträgern versenkt Dethleffs Bodenfächer für Weinflaschen, Wertsachen und mehr. Am Heck macht die Rahmenabsenkung ein wagenbreites Unterflurfach möglich. Für Tisch und Stühle gibt es also genug Platz.


Besonders wichtig erscheint dieser Pluspunkt beim vorgestellten Modell I 7010. Dieser seltene Grundriss erlaubt keine klassische Garage, womit sein wesentlicher Nachteil auch schon genannt wäre.


Der Esprit I 7010 wirkt wie ein geräumiges Zwei-Zimmer-Apartment.
Vorne: eine Sitzgruppe, die durch den frei stehenden Tisch eine runde Sache ist. In der Mitte eine Küche mit guter Bewegungsfreiheit. Und im Heck schließlich ein zweiter Raum mit großen Fenstern und topf­ebener Bodenfläche. Die Einzelbetten bieten sich auch tagsüber für eine Ruhepause an. Eine Forderung, die auch im zusammen von Dethleffs und promobil realisierten Best-Ager-Projekt häufig gestellt wurde. Unter den einfach anhebbaren Liegeflächen: wahre Schatztruhen an Stauraum.


Kuscheliger als im Heck wird es zweifellos im jetzt 1,50 Meter breiten Hubbett im Bug, denn die beiden hinteren Matratzen lassen sich nicht verbinden. Sonst wäre der Weg ins Bad versperrt, das sich ganz hinten anschließt. Hier genügt der Platz für eine separate Dusche und den nur von hier erreichbaren Kleiderschrank. Das zur Seite über die Duschwanne schiebbare Wasch­becken hilft den Platz gut zu nutzen. Ein Beispiel dafür, dass der Dethleffs seinen geistvollen Namen zu Recht trägt. Wie viel Esprit es sein darf, entscheidet letztlich der Käufer. Konventionellere Grundrisse gibt es für den Neuen ebenso wie eine schlicht weiße Lackierung.


Auf einen Blick: Dethleffs Esprit I 7010

Preis: (steht noch nicht fest) Basis: Fiat Ducato, Alko-Hochrahmen, Frontantrieb, ab 74 kW/100 PS Gesamtgewicht: 3500 kg Länge/Breite/Höhe: 7390/2330/2830 mm Empfohlene Personenzahl: 2-4 Baureihe: Geringe Unterschiede in der Außenlänge, aber viele verschiedene Bettvarianten kennzeichnen die neue Baureihe. Info: Telefon 0 75 62/98 70, www.dethleffs.de

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Autor

Foto

Foto: Konstantin Tschovikov

Datum

2. Oktober 2010
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