News: Das sagt der ADAC zur Reisemobilsteuer

Lange Zeiit hörte man vom größten Automobilclub der Welt nicht nun aber hat sich der ADAC (zu spät?) zur geplanten Erhöhung der KFZ-Steuer für Reisemobile geäußert! Hier die Pressemitteilung im Wortlaut:

Jetzt doch neue Steuer für Wohnmobile. Böse Weihnachtsüberraschung für
Campingfreunde. ADAC: Gesetzesentwurf nochmals überdenken

Mit einer deutlichen Erhöhung der Kfz-Steuer um mehrere hundert Prozent
müssen trotz mehrfacher Proteste des ADAC jetzt die Besitzer von Wohnmobilen
über 2,8 t zulässigem Gesamtgewicht rechnen. Nach einem Gesetzesentwurf,
über den der Bundesrat am 21. Dezember abstimmen wird, sollen Wohnmobile vom
1. Januar 2006 an wie Pkw auf der Basis des Hubraums unter Berücksichtigung
der Schadstoffemission besteuert werden. Um Härtefälle zu vermeiden, ist
zunächst ein gestaffelten Abschlag zwischen 50 und 25 Prozent vorgesehen, ab
dem Jahr 2011 soll der „Rabatt“ dann dauerhaft 20 Prozent betragen. Bei der
Berechnung der neuen Steuersätze wird es nach Ansicht des ADAC massenhaft zu
falschen Steuerbescheiden kommen, weil bei vielen betroffenen Fahrzeugen die
Einstufung in eine bestimmte Schadstoffklasse nicht einwandfrei möglich ist.
In den Fahrzeugpapieren stehen dazu oft gar keine Angaben, weil dies für die
frühere Besteuerungsart nach Gewicht nicht erforderlich war. Auch die
Schadstoffeinstufung von Klein-Lkw, zu denen die Fahrzeuge bisher zählten,
ist nicht mit der von Pkw vergleichbar.  Die Mehrbelastung
für Wohnmobilbesitzer ist enorm. Bei einem Diesel-Fahrzeug von 3,1t zGG mit
Euro-1-Einstufung beträgt beispielsweise der neue Steuersatz 27,35 Euro pro
100 ccm. Mit dem geplanten Abschlag von 40 Prozent ergibt dies für einen
2,8l-Motor eine Jahressteuer von 459,48 Euro. Bei einem gleichartigen
Wohnmobil, das nicht Euro 1 entspricht, ergibt sich eine jährliche Belastung
von über 630 Euro, und ab dem Jahr 2011 sogar von über 840 Euro. Bisher
waren es weniger als 200 Euro. Ein weiteres Problem dürfte auf die Besitzer
älterer Wohnmobile zukommen. Der Bestand von rund 220 000 nicht
schadstoffgeminderten Fahrzeugen ist nach Inkrafttreten der Neuregelung
praktisch unverkäuflich. Hier fordert der ADAC eine Übergangsfrist von
einigen Jahren, während der sich die Steuerberechnung an der bisherigen
Gewichtsbesteuerung orientieren sollte. Der ADAC appelliert dringend an den
Gesetzgeber, den aktuellen Gesetzesentwurf noch einmal nachzubessern. Eine
Steuererhöhung von mehreren hundert Prozent ist nach Ansicht des Clubs
unzumutbar, zumal diese Fahrzeuge nur eingeschränkt genutzt werden, etwa für
Urlaubsreisen. 

promobil Logo

Autor

Datum

20. Dezember 2005
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