Alles über La Strada Regent
Campingbusse
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La Strada Regent S im Test: Allrad-Campingbus mit viel Komfort

Wer für einen Querbett-Campingbus zwei- bis dreimal so viel ausgibt wie andere, darf mehr erwarten. Was den besonderen Reiz des Allrad-Komfortmodells ausmacht – wir haben es ausprobiert.

Mit der Freiheit ist das so eine Sache – jeder hat seine eigene Definition. Der eine findet sie als Rucksacktourist, der andere fühlt sich dann besonders frei und unabhängig, wenn er einen Campingbus dabeihat, der für alle Eventualitäten gerüstet ist, und auch noch mit möglichst vielen Annehmlichkeiten verwöhnt. Der La Strada Regent S ist so ein Fall.

Die Mercedes-Basis bietet schon von Haus aus nicht nur mehr Prestige und Komfort, sondern auch eine schier endlose Optionsliste, mit der man den Sprinter nach allen Regeln der Kunst aufrüsten und verfeinern kann. Dazu gehört auch der ab Werk angebotene Allradantrieb, der sich mit Untersetzung, Geländebereifung und hochgelegtem Ansaugschnorchel sinnvoll abrunden lässt – alles zusammen allerdings ein Paket, das mit über 16.000 Euro zu Buche schlägt.

Damit macht der Regent S aber nicht nur bei den Nachbarjungs eindeutig mehr Staat, sondern schenkt dem Fahrer Souveränität und ein Lächeln ins Gesicht, sobald die asphaltierte Straße endet. Ein Rampenwinkel von mehr als 20 und Überhangswinkel von rund 30 Grad helfen über Stock und Stein. Wird es kniffelig, kann außer dem Allrad auch noch die Untersetzung (1:4,2) zugeschaltet werden, die nicht nur bergauf mehr Schubkraft, sondern auch bergab mehr Kontrolle verspricht. An heftigen Steilstücken würde man sich aber manchmal eine noch langsamere Gangart wünschen.

Allradantrieb des La Strada Regent S

Angetrieben wird der Testwagen vom 163-PS-Motor, der sich als attraktiver Kompromiss zwischen der 129-PS-Serienversion und dem teuren und schweren Topaggregat mit 190 PS erweist. Zusammen mit dem Automatikgetriebe bietet dieser Antriebsstrang – vom Motor bis zu den All-Terrain-Reifen – eine wirklich erstaunliche Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten.

Denn auch im normalen Straßenverkehr überzeugt der Allrad-Regent. Die Federung arbeitet zwar etwas härter, und das Geräuschniveau ist etwas höher als im heckgetriebenen Sprinter. Doch die Komforteinschränkungen sind erstaunlich gering. Ein Unterschied, der hier mit hineinspielt, ist das nur fünfgängige Automatikgetriebe – die modernere Sieben-Gang-Version bleibt dem Heckantrieb vorbehalten. Das führt den Motor teilweise in hohe, etwas angestrengt wirkende Drehzahlbereiche und trägt sicherlich auch zum, bei zügiger Fahrweise, recht deftigen Verbrauchszuschlag bei – neben der Offroad-Ausrüstung, die erhöhte Fahrwiderstände und ein Mehrgewicht von rund 150 Kilo mit sich bringt.

Der La-Strada-Ausbau entpuppt sich als eine auf den Sprinter angepasste Version des im Ducato tausendfach bewährten Querbettgrundrisses. Um die geringere Breite des Mercedes-Kastenwagens auszugleichen, werden im Bettbereich Karosserieverbreiterungen angesetzt. Für die Neuauflage des Regent S hat man die linke GfK-Schale flacher gestaltet und dafür zusätzlich eine zweite rechts angesetzt, mit integrierten Kühlschrank-Lüftungsgittern.

Lohn des Aufwands ist neben der eleganteren Außenoptik eine Bettlänge von fast zwei Meter. Allerdings steht diese Länge nicht über die ganze, am Fußende ohnehin knappe Liegebreite zur Verfügung. Zudem ist die eigentliche Matratze nur 1,75 Meter lang – in den Verbreiterungen liegt man auf dünn mit Schaum kaschiertem Stoff. In der Praxis stört das aber kaum, zumal die hochwertige Matratze und der Tellerfeder-Unterbau ansonsten viel Schlafkomfort bieten: Eine echt bequeme Koje, für zwei, die gerne eng zusammengekuschelt schlafen.

Küche und Bad

Die Küche davor zeigt die ganze Ausbauroutine von La Strada. Die Kocher-Spülen-Kombi mit geteilter Glasabdeckung und Elektrozündung macht sich ebenso nützlich wie die große und solide Arbeitsplattenerweiterung und die fünf solide geführten Schubladen mit Besteckkasten und Mülleimer. Der hochgesetzte 64-Liter-Kühlschrank ist gut zugänglich, wenn nur seine Tür einen vernünftigen Griff hätte. Beim Regent S gibt es keine Wahl zwischen Absorber- und Kompressor-Technik. Stets ist letztere Variante eingebaut, die zwar bei Hitze besser kühlt, aber empfindliche Schläfer durch ihr leises Brummen stören kann.

Zwei Flügeltüren, die etwas labil wirken, schaffen den Zugang zur Nasszelle. Sie können auch einfach offen stehen bleiben und vergrößern dabei die Bewegungsfreiheit im Bad wie im schmalen Gang davor. Das ist besonders geschickt im Zusammenspiel mit dem Vorhang, der sich hinter einer schmalen Tür außen am Bad verbirgt und den hinteren Gang flugs zum praktischen Ankleideraum verwandeln kann, mit direktem Zugriff auf Schränke und Schubladen.

Das Bad ist eher schlicht und funktional eingerichtet. Das Waschbecken aus Edelstahl mit einem großen Spiegel dahinter lässt sich gut nutzen. Die Toilette ist für Kurzbeinige unbequem hoch eingebaut, und Stauraum gibt es im Bad nur für das Nötigste.

Zum Duschen liegt ein Vorhang bei, der in die umlaufende Deckenschiene eingefädelt werden muss – für Vielduscher sicher keine besonders komfortable Lösung. Ansonsten ist die Verfugung an den Stößen sorgfältig ausgeführt.

Wohnkomfort im Campingbus auf Mercedes Sprinter

In der Sitzgruppe kann man bequem gegenüber sitzen. Dazu dienen die komfortablen Aguti-Cockpitsessel – die zum Komfortpaket gehören – und die serienmäßig mit einer Neigungsverstellung der Lehne ausgestattete Bank. Die Tischplatte hat eine für zwei Personen passende Größe und lässt sich zusammen mit der Fußsäule platzsparend und sicher im Fach über dem Fahrerhaus verstauen. Dessen Boden ist hochklappbar, sodass wahlweise mehr Kopffreiheit oder Stauraum zur Verfügung steht. Letzterer findet sich in gutem Maß in acht Hängeschränken, zwei Schubladen und einem passablen Kleiderschrank. Campingmöbel passen in den Heckstauraum. Lässt man den herausnehmbaren Schubladenkasten zu Hause, kann man sogar ein Surfbrett durchladen. Zudem ist das Bett hochklappbar.

Die Bordtechnik ist tadellos installiert und angemessen dimensioniert. Wintercamper ordern den optionalen Frostschutz für den Abwassertank mit. Nicht optimal ist die Wärmeverteilung: Die Heizung ist im Heck eingebaut, an der Sitzgruppe kommt wenig an.

Fazit

Der Regent S, zumal mit Allrad und Komfortausstattung, ist ein echtes Traummobil. Für - zugegeben - viel Geld bekommt man einen Campingbus, der mit durch dick und dünn geht. Mankos sind meist konzeptionell bedingt und verblassen angesichts seiner Reize.

Daten und Messwerte des La Strada Regent S

  • Gurte/Schlafplätze: 4/2-3
  • Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 5,93/2,04/2,92 m
  • Grundpreis ab: 61.082 Euro

Auf- und Ausbau: Stahlblechkarosserie mit Original-Blechhochdach, innen schaumkaschierter Mikrofaserstoff, Isoliermaterial Wand/Dach/Boden PE/PE/PU, Materialstärke Wand/Dach/Boden 12/12/10 mm, kein Doppelboden, 5 Kunststoff-Isolierfenster mit PU-Schaumrahmen, 2 Dachhauben, 1 Panorama-Dachfenster.

Bordtechnik: Diesel-Gebläseheizung/Boiler Truma D, 5 Ausströmer (Sitzgruppe, Einstieg, Bad, hinterer Gang, Heckstauraum), Wasseranlage: Frisch-/Abwasserrohre, Tauchpumpe.

Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter 316 CDI, Kastenwagen, zuschaltbarer Allradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2143 cm3, Leistung 120 kW/163 PS bei 3800/min, Drehmoment 360 Nm bei 1400–2400/min, Fünfgang-Automatik.

Fahrleistungen

  • Beschleunigung 0–50/80/100 km/h: 5,4/11,8/20,4 s
  • Elastizität 60–80/100 km/h (4.//5. Gang): 5,5/12,4// 6,7/16,6 s
  • Testverbrauch: 15,8 L/100 km.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Ingolf Pompe

Datum

16. März 2017
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