News: Aus der Traum

Ein böse Überraschung erleben in diesen Tagen Reisemobil-Touristen, die sich für Camping an Bord auf den Routen von Italien nach Griechenland interessieren. Völlig überraschend, so Jens-Peter Berg, General Manager der deutschen Tochtergesellschaften der Reedereien Superfast Ferries und Blue Star Ferries, habe die griechische Muttergesellschaft Attica Enterprises S. A. am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass es der ISPS-Code der internationalen Seefahrtsorganisation IMO zukünftig nicht mehr erlaube, Camping an Bord auf den Adriastrecken anzubieten.

Im Klartext heißt das: Camping an Bord ist auf diesen Routen aller Voraussicht nach tot – ausgerechnet im Olympia-Jahr und kurz vor der Reisesaison erwischt diese neue Bestimmung die gesamte Branche auf dem völlig falschen Fuß. Hunderttausende von Prospekten sind gedruckt, unzählige Buchungen von Reisemobilfahrern und Caravanern sind bei den Reedereien, ihren Agenturen in Deutschland, bei Buchungs- und Reisebüros bereits eingegangen.

Superfast Ferries und Blue Star Ferries haben auf die neuen Rahmenbedingungen am schnellsten reagiert. Seit vergangenem Freitag nehmen sie keine Buchungen mehr für diese Art der Überfahrt an. Griechenland-Urlauber, die bereits zuvor eine Camping-an-Bord-Passage bei diesen beiden Reedereien gebucht und eine Bestätigung von der Reederei bekommen haben, sind wahrscheinlich fein raus. Nach Angaben von Geschäftsführer Jens-Peter Berg erhalten sie auf Kosten der Reederei eine Unterbringung in einer Kabine.

Etwas zurückhaltender gibt sich J. A. Reinecke, der deutsche Generalagent für die Minoan Lines. Nach Angaben aus dem Buchungsbüro sind die Möglichkeiten, Camping an Bord zu buchen, bei den Minoan Lines zurzeit ebenfalls gesperrt. Eine endgültige Entscheidung durch die griechische Reederei steht zwar noch aus, wird aber bereits für Ende dieser Woche erwartet.

Griechenland-Urlauber, die ihr Camping-an-Bord-Ticket bereits gebucht haben, sind also gut beraten, möglichst schnell Kontakt zu ihrer Reederei oder Buchungsannahmestelle aufzunehmen und sich zu informieren, ob und wie ihre Buchung geändert wird – fraglich ist nämlich, ob es auf allen Überfahrten noch genug freie Kabinenplätze auch für die Deckspassagiere gibt.

Reisemobilfahrer, die ihre Überfahrt noch nicht gebucht haben, müssen ihre Reise neu durchrechnen. Eins ist aber jetzt schon klar: Griechenland wird für sie deutlich teurer. Statt wie beim Camping an Bord die Überfahrt für Mobil oder Gespann mit der günstigen Deckspassage für die Passagiere zu kombinieren, müssen sie jetzt den Preis für die Unterbringung in einer Kabine berappen.

Ein Beispiel: Auf der Schnellstrecke von Ancona nach Patras kostete bei den Superfast Ferries die Deckspassage für Hin- und Rückfahrt in der Nebensaison 104 Euro pro Person. Die günstigste Unterbringung, ein Bett in einem Liegeraum mit gemeinsamer Dusche und Toilette, kostet im gleichen Zeitraum für Hin- und Rückfahrt 167 Euro, die Unterbringung in einer Vier-Bett-Innenkabine 180 Euro, jeweils pro Person. Noch deutlicher sind die Unterschiede bei Hin- und Rückfahrt in der Hauptsaison: Statt 163 Euro für die Deckspassage sind in der Vier-Bett-Innenkabine pro Person schon 286 Euro zu bezahlen.

Etwas erfreulicher sieht es zumindest bei den kürzeren Routen im westlichen Mittelmeer aus. Bei der Moby Lines Europe GmbH in Wiesbaden beispielsweise ist von Änderungen auf den Überfahrten nach Sardinien noch nichts bekannt. Buchungen für Camping an Bord werden nach wie vor angenommen. promobil bleibt am Thema dran und wird kurzfristig über neue Entwicklungen berichten.

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Datum

10. März 2004
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