Alles über Carthago
Carthago-Chef Karl-Heinz Schuler im Gespräch. 5 Bilder Zoom

Im Gespräch : Carthago-Chef Schuler

Der Hersteller Carthago hat in den vergangenen Jahren einen steilen Aufstieg erlebt. Im promobil-Interview spricht Carthago-Chef Karl-Heinz Schuler über neue Modelle und die ehrgeizigen Zukunfts-Ziele der Marke.

Carthago baut seit über 30 Jahren Reisemobile. Wie hat sich die Marke aus Ihrer Sicht entwickelt?

Schuler:
Man kann von drei Phasen sprechen. Dem Kastenwagenbau, dem Liner-Premium-Zyklus und dem Start der Chic-Baureihe . Mit dem Malibu haben wir gelernt, kleine Innenräume geschickt zu gestalten. Für einen richtigen Markenauftritt erschien mir der Kastenwagen allerdings ungeeignet. Deshalb folgten eigene Aufbauten. Die Krönung war schließlich der erste Integrierte, der M-Liner . Wir haben uns darauf konzentriert, hochwertige Materialien einzusetzen. Dann haben wir uns entschlossen, die DNA der Premium-Fahrzeuge auf ein anderes Segment zu übertragen und den Chic entwickelt.


Gibt es ein Erfolgsrezept?

Schuler:
Erfolgsrezept ist der Carthago-Erfindergeist. Der Chic C-Line hat beispielsweise als erstes Reisemobil bewiesen, dass hoher Komfort mit geringem Eigengewicht möglich ist. Aber auch andere Innovationen kamen von Carthago wie die Rollergarage oder der TV-Auszug in der Rückenlehne. Ebenso wichtig ist die Qualität. Wir streben mit jeder Baureihe die Qualitätsführerschaft an.


Woher kommen bei Carthago die Ideen?

Schuler:
Ich entwickle gerne etwas Neues. Das ist meine Leidenschaft. Wenn man mit dem Reisemobil unterwegs ist, dann hat man die besten Ideen.


Wer prägt den Stil?

Schuler:
Der Carthago-Stil ist ein Abbild meines eigenen Geschmacks. Natürlich muss das hier und da noch feingeschliffen werden.


Stört es Sie zu sehen, dass einige Ideen und Stilelemente inzwischen auch bei anderen Marken auftauchen?

Schuler:
Eine Kopie ist ja auch ein Kompliment. Design zu kopieren genügt aber nicht. Wenn ich in ein Fahrzeug gehe, sehe ich doch auf ersten Blick, ob die Materialien zur Preisklasse passen. So etwas spürt man sofort.


Welche Modellpolitik verfolgt Carthago in Zukunft?

Schuler:
Wir haben festgestellt, dass unterhalb des Chic C-Line noch genügend Platz für einen Carthago ist. Daher werden wir auf dem Caravan-Salon 2011 eine neue Baureihe vorstellen. Es wird einen Integrierten ab 60.000 Euro einen Teilintegrierten ab 50.000 Euro geben. Das Design wird sich am Chic anlehnen. Die Oberklasse werden wir dabei nicht vernachlässigen. Auf dem Caravan-Salon zeigen wir einen komplett neuen Liner, auch mit Pkw-Garage


Kann ein Reisemobil für 50.000 Euro ein echter Carthago sein?

Schuler:
Es muss. Ganz wichtig ist es für uns, dass wir die Qualität und die hochwertigen Materialien auch bei kommenden Modellen beibehalten.


Wird es in Zukunft auch wieder Alkovenmodelle von Carthago geben?

Schuler:
Alkoven möchte ich nicht ausschließen, aber das reizt uns momentan nicht so, weil dieses Segment derzeit zurück geht.


Welche Segmente wären denn reizvoll?

Schuler:
Denkbar wäre zum Beispiel ein Kastenwagenausbau auf Fiat-Basis.

2008 hat Carthago ein neues Werk in Slowenien eröffnet. War das rückblickend der richtige Schritt?


Schuler:

Eindeutig  ja. Mir war damals klar, dass die Zeiten härter werden würden. Wir brauchten Möglichkeiten, uns gegen einen stärkeren Wettbewerb durchzusetzen. Im firmeninternen Qualitätsranking liegt das slowenische Werk ganz vorne.


Wie geht es an den anderen Standorten weiter?


Schuler:

Wir werden die beiden Werke im Kreis Ravensburg zusammenlegen. Derzeit planen wir im Umkreis einen Neubau auf der grünen Wiese. Dort werden wir auch den Kundendienst und After-Sales-Bereich ausbauen.


Steht hinter den Plänen ein weiteres Wachstum?


Schuler:

Wir verfolgen ehrgeizige Ziele. 2011 ist eine Produktion von 2000 Fahrzeugen vorgesehen, die wir bis 2013 auf 3000 Fahrzeuge steigern wollen. Wir sind uns dabei im Klaren, dass ein großer Teil unserer Ziele nur durch Verdrängung im Markt zu erzielen sein wird.


Carthago ist derzeit in Europa die größte Einzelmarke ohne Gruppenverbund. Wird das auch in zehn Jahren so sein?


Schuler:

Das ist mein Ziel. Carthago soll auch in Zukunft eine Marke ohne Gruppenzugehörigkeit sein.


Wie interessant wäre der Kauf anderer Marken?


Schuler:

Ein Zukauf würde viel Kapazität binden. Ich bin als Unternehmer für Carthago verantwortlich und setze meine ganze Kraft dafür ein. Ich sehe noch so viele Möglichkeiten für die Marke. Das wichtigste bleibt immer, die Carthago-Gene zu erhalten. Das sind Qualität, Innovation und eine Organisation mit kurzen Wegen.


Bleibt Ihnen überhaupt noch Zeit, Ihre Produkte selbst auszuprobieren?


Schuler:

Viel zu selten. Meist packe ich Samstagmittag und muss am Sonntagabend schon wieder zurück sein. Dann fahre ich gar nicht weit weg, zum Beispiel ins Appenzeller Land . Ich will nicht stundenlang auf der Straße sein, sondern möglichst lange im Reisemobil.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führten Kai Feyerabend und Ulrich Kohstall

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promobil

Datum

6. Mai 2011
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