Alles über 30 Jahre promobil
Renate Schimmer-Wottrich 21 Bilder Zoom

Zeitzeugen der Wohnmobil-Geschichte: Menschen, Macher & Mobile

Gute Ideen und viel Enthusiasmus. Branchen-Promis erzählen, wie sie auf das Wohnmobil kamen, was ihre Höhepunkte in den letzten 30 Jahren waren und warum die Branche so besonders ist.

Aus dem Nähkästchen geplaudert und die alten Fotoalben geöffnet - das haben folgende Experten aus der Wohnmobil-Branche für das 30-jährige Jubiläum von promobil.

Pier Luigi Alinari - Start: 1982 als Eigentümer von Ci. Heute: Chef von PLA

"In den 70er Jahren war ich zunächst noch Hersteller von Sandwichwänden für Reisemobile. Erstens gefallen mir die Produkte, die Reisemobile und was man mit ihnen tun kann; zweitens gefallen mir die Freiheit als Unternehmer und die Erfahrung, mit der ich ein Spezialist dieser Branche geworden bin."

Klaus-Peter Bolz - Start: 1975 bei Bürstner.  Heute: Geschäftsführer von Bürstner

"1975 suchte ich einen Job und wurde bei Bürstner Sachbearbeiter für den Verkauf. Ich bekam den Job - und fing am 1. April ganz unten in der Auftragsabteilung, unter dem genialen Geschäftsführer Herbert Hellmuth, an. Mir gefällt, dass die Branche überschaubar blieb, durch Persönlichkeiten wie Knaus, Striewski, Hymer, Bürstner, Kemmer, Kober usw. geprägt wurde. Da waren Schlitzohren dabei, geniale Entwickler, mutige Entscheider, Visionäre, aber auch Verlierer. Von allen habe ich gelernt. Dafür bin ich dankbar."

Maria Dhonau - Start: 1960 im Verkauf. Heute: Seniorchefin vom Hymer-Zentrum B1

"1958 campte ich in einem kleinen Zweimann-Zelt in Großenbrode/Ostsee. Es regnete in Strömen und es war toll. Als ich mich 1960 mit einer Tankstelle selbstständig machte, hat mich ein Kunde auf Wohnwagen gebracht, und so begann das Geschäft mit zwei Caravans des belgischen Herstellers Mostard. Mein persönlicher Höhepunkt war, als mein jüngster Sohn Kai während seiner Studienzeit großes Interesse an der Branche zeigte und mir sagte: „Mutti ich bin im Wohnwagen entstanden und damit groß geworden, ich möchte gerne dein Lebenswerk fortsetzen.“ Er ist 2001 in meine Fußstapfen getreten, und ich darf auch heute noch voll mitwirken."

Francois Feuillet - Start: 1981 als Chef von Trigano. Heute: Mehrheitseigner von Trigano

"Ich war ein Banker. Trigano gehörte damals der Bank. Als Trigano finanziell in Bedrängnis geriet, bat man mich dorthin zu gehen. Ich bin geblieben. Seit 1981 bin ich CEO von Trigano. 1996 habe ich den Flughafenbrand in Düsseldorf nur mit knapper Not überlebt, indem ich aus dem Fenster gesprungen bin. Als ich nur wenige Monate später auf den Caravan-Salon kam, hat mir die gesamte Industrie einen überaus herzlichen und feierlichen Empfang bereitet. Das hat mich tief bewegt."

Dieter Goldschmitt - Start: 1980 als Campingbus-Hersteller. Heute: Chef von Goldschmitt Techmobil

"Auf eine kurze Formel gebracht könnte man sagen, dass mich die Wohnraumnot in Heidelberg im Jahre 1979 dazu gezwungen hat, im selbstgebauten Mobil zu übernachten. Ich wollte zu diesem Zeitpunkt nach fünfjähriger Lehramtstätigkeit in Richtung Psychologie und Jugend-Psychiatrie umsatteln. Das hat zwar letztendlich nicht funktioniert, weil Interessenten mir mein Schlafmobil regelmäßig vom Bordstein weggekauft haben; die erworbenen psychiatrischen Grundlagen haben mir in meinem späteren Leben aber oftmals wertvolle Hilfe geleistet."

Erwin Hymer -  Start: 1957 als Caravan-Hersteller.  Heute: Inhaber der Hymer-Gruppe.

"Durch großen Zufall kam ich zum Caravaning: Nachdem ich Dornier als Ingenieur verlassen hatte und mich in Bad Waldsee selbstständig machte, kam Erich Bachem zu mir, um einen Wohnwagen von mir bauen zu lassen. Das war der Anfang - ein Jahr später bauten wir schon einen Wohnwagen pro Tag. Das wirklich Besondere ist der Familiengedanke - die gesamte Branche ist trotz harten Wettbewerbs eine Familie, die sich mit Achtung und Respekt begegnet. In den letzten Jahren hat sich das etwas verändert, doch dieser Zauber darf nicht ganz verloren gehen."

Joachim Kinscher - Start: 1978 bei Elektrolux. Heute: Geschäftsführer von Dometic

"Die Industrie zeichnet sich durch eine familiäre Atmosphäre und Stimmung aus, die hoffentlich immer erhalten bleibt. An Reisemobilen gefällt mir der automobile Charakter, die Robustheit und der Komfort. Sie sind für mich auch Fluchtfahrzeuge vor schlechtem Wetter, mit denen ich mit meiner Familie auch häufig an kurzen Wochenenden reise."

Carl Heinz Niesmann - Start: 1975 als Importeur von US-Reisemobilen. Heute: Inhaber von Niesmann Caravaning

"1975 begannen wir, Integrierte aus den USA zu importieren. Anfang der 80er Jahre wagten wir die Eigenproduktion eines Wohnmobils, das die Vorteile amerikanischer Modelle übernahm und weiterentwickelte; dazu gründeten mein Schwager und ich 1981 Niesmann+Bischoff. Seitdem verkaufen wir Urlaub und machen unser Hobby zum Beruf. Toll."

Karl-Heinz Schuler - Start: 1979 als Individual-Ausbauer. Heute: Inhaber von Carthago

"Mit Reisemobilen konnte ich als junger Wirtschaftsingenieur schnell meine Selbstständigkeit verwirklichen. Reisemobile haben mich begeistert: Unsere Kunden können an jedem Ort Freizeit und Urlaub genießen - eine faszinierende Vorstellung."

Renate Schimmer-Wottrich - Start: 1968 als Assistentin der Truma-Geschäftsführung. Heute: Vorsitzende des Beirats von Truma

"Ich habe schon zu Schulzeiten gern gezeltet. Bei Truma hatten wir ab Ende der 60er Jahre einen Testwagen. Mit diesem VW-Bus war ich mit meiner Familie oft campen, um unsere Heizungen zu testen. Bei Truma war der Aufbau unseres mobilen Kundendienstes 1972 eine wegweisende Entscheidung. Die Branche ist überschaubar, man kennt sich. Viele Fahrzeughersteller sind selbst auch Familienunternehmen, ticken ähnlich wie wir. Es geht persönlich zu, und das ist schön."

Harald Striewski - Start: ab 1965 als Caravan-Hersteller. Heute: Inhaber und Geschäftsführer von Hobby

"1964 sah ich in Dänemark einen Caravan und wollte sofort einen eigenen bauen. Meine Tante lieh mir 3000 Mark. Diesen ersten Caravan konnte ich für rund 6000 Mark verkaufen und hatte nun das Geld für meinen eigenen Wohnwagen. Weitere, nebenberuflich gebaute Modelle brachten mir das Startkapital, um 1967 Hobby zu gründen. Caravaning ist mein Leben. Dieser Branche verdanke ich alles, was ich erreicht habe."

Michael Winkler - Start: 1963 als Caravan-Händler. Heute: Geschäftsführer von Wohnwagen-Winkler

"Meine Familie hat schon in den 50er Jahren mit dem Steilwandzelt Urlaub gemacht. Damals handelte meine Stiefmutter bereits mit Wohnwagen. Mitte der 60er Jahre haben mein Bruder und ich dann einen eigenen Wohnwagenhandel in Stuttgart gegründet. Caravaning ist die einzige Urlaubsform, auf die das Attribut „frei“ wirklich zutrifft. Mit dem Reisemobil kann ich wirklich frei entscheiden, wann, wohin und wie lange ich verreise, und mich dabei wie zu Hause fühlen."

Datum

12. März 2013
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