Alles über 30 Jahre promobil
Insassen-Sicherheit: Test 35 Bilder Zoom

30 Jahre promobil: Technischer Fortschritt - Es bewegt sich was

Der Fortschritt kommt nicht von alleine - auch in der Welt der Wohnmobile. promobil war in 30 Jahren immer wieder Motor und Wegbereiter und hat mit Tests und Berichten Entwicklungen angestoßen.

Als eine Handvoll Enthusiasten 1983 die Zeitschrift promobil aus der Taufe hoben, trafen sie bei den Wohnmobilbauern meist auf ebensolche. Nicht selten wurden die Einzelstücke in Handwerksbetrieben oder gar als Nebenerwerb im Hinterhof zusammengeschraubt.

Entsprechend schlicht war die Technik, schwankend die Qualität. Die promobil-Mannen merkten bald, dass technische Standards Einzug halten mussten, um dieser neuen Bewegung eine Chance zur breiten Entfaltung zu geben. Wohnmobile sollten darum nicht nur Probe gefahren, sondern wirklich getestet werden, nach einem festgelegten Schema, um Vergleichbarkeit herzustellen. Der erste Test wurde noch im Gründungsjahr in der Ausgabe 8/1983 veröffentlicht, es war ein Postert 520 L. Auch wenn die Marke heute keiner mehr kennt, sind viele der Testelemente von damals noch aktuell. Klare Nennung der Stärken und Schwächen, eine Grundrissskizze und eine Liste der technischen Daten. 550 Kilo Zuladung wurden dem Postert dabei bescheinigt - eine rühmliche Ausnahme. Schon in den Anfangsjahren nahm es promobil mit den Gewichten sehr genau. Man verließ sich nicht auf Herstellerangaben, sondern wog die Testmobile selbst.

promobil prägt einen neuen Begriff: reisefertiges Leergewicht

Wie wichtig das war, zeigen zahlreiche Artikel, die eine mangelhafte Zuladung kritisieren. So beginnt ein Testartikel 1989 mit den Worten: „Genau genommen hätte der Test mit dem reisefertig ausgerüsteten LMC gar nicht durchgeführt werden dürfen“, denn er war mit den beiden Testern an Bord bereits überladen. Kaum ein anderes Thema taucht in den 30 Jahrgängen promobil häufiger auf als das. Um eine praxisgerechte und nachprüfbare Angabe der Zuladung zu erreichen, entwickelte die Redaktion schließlich den Begriff des reisefertigen Leergewichts.

Das Gewicht der Betriebsstoffe - Diesel, Wasser und Gas - war dabei von Anfang an in vollem Umfang inbegriffen - Jahre später in der Norm EN 1646-2 in ganz ähnlicher Weise festgeschrieben. Weil es nicht nur auf die Gesamtzuladung, sondern auch auf die Gewichtsbalance ankommt, wiegt promobil die Testwagen seit 1990 achs-, seit 1997 gar radweise.

Käufer wie Hersteller wurden für dieses Thema sensibilisiert. Bei der Konstruktion neuer Fahrzeuge wird darum mehr und mehr auf Leichtbau gesetzt. Zuletzt dokumentiert in der März-Ausgabe, in der drei als besonders leicht angepriesene Integrierte „die Hosen herunterlassen“ mussten. Und siehe da - nicht nur bei der eingangs erwähnten Marke LMC hat sich viel getan.

promobil Tests: Gnadenlos bei Gewichtsproblemen

Wie bei Gewichtsproblemen hat die promobil-Redaktion auch bei allen anderen Themen der aktiven und passiven Sicherheit selten Nachsicht gezeigt. Die 90er Jahre waren geprägt von den ersten Crash-Tests mit Wohnmobilen. promobil als stets kritischer Begleiter zog daraus Schlüsse etwa für die Passagiersicherheit. Als Sitzplätze für die Fahrt wurden nur akzeptiert, wo Kopfstützen und Gurte - in Fahrtrichtung nur Dreipunktgurte - vorhanden waren - heute gesetzlich vorgeschrieben. Und auch die geforderten Airbags sind inzwischen weitgehend Standard.

Einen Unfall kann vermeiden, wer rechtzeitig zum Stehen kommt. Darum galt den Bremsen auch besonderes Augenmerk etwa bei aufwendigen Basisfahrzeug-Vergleichstests. promobil unterzieht zudem jeden Supercheck-Testwagen seit Ausgabe 10/1997 zehn Vollbremsungen aus Tempo 80, seit Ende 2005 sogar aus Tempo 100. Das ist einzigartig.

Unfälle vermeiden durch Tests: Mehr Sicherheit und Stabilität

Der deutlich vorgetragenen Forderung nach Einführung des ABS als Serienausstattung hat der Gesetzgeber inzwischen Rechnung getragen. Bremswege hängen aber auch stark vom Reifentyp ab. Nur in promobil finden sich darum seit Mitte der 90er Jahre aufwendige Sommer- und Winterreifentests, die als verlässliche Kaufberater dienen - auch in dieser Ausgabe wieder ab Seite 82. Nicht zuletzt deshalb begannen einige Reifenhersteller, spezielle Campingreifen zu entwickeln, die sich unter anderem durch besondere Traglastreserven auszeichnen.

Zur Fahrsicherheit gehört auch die Fahrstabilität etwa beim Ausweichen oder plötzlichen Seitenwind. Auch dies wurde umfassend getestet inklusive geeigneter

Verbesserungsmaßnahmen wie geänderter Federn, Stabilisatoren und Spurweiten. So reagierte Mercedes 1998 mit einer optimierten Fahrwerksabstimmung beim James Cook nach promobil-Kritik an der starken Wankneigung. Fiat brachte mit Einführung der neuen Ducato-Generation 2006 die Option einer breiteren Hinterachsspur – von promobil immer wieder als einer der Vorzüge des breiter aufgestellten Alko-Rahmens genannt. Ausgiebige ESP-Tests mit verschiedenen Basisfahrzeugen machten die Redaktionsmannschaft auch zu Verfechtern des elektronischen Schleuderschutzes. Seit kurzem rüstet Hymer alle Fahrzeuge serienmäßig mit ESP aus.

Pionierarbeit: Sichtfeld der Wohnmobile im Test

Damit es nur selten eingreifen muss, sollte der Fahrer rechtzeitig reagieren können. Dabei spielt das Sichtfeld auf die Fahrzeugumgebung eine wichtige Rolle. Bereits 1991 leistete promobil hier Pionierarbeit und vermaß die Sichtfelder der Rückspiegel von acht Fahrzeugen. Diesen Ansatz griffen die Redakteure 2007 wieder auf und erweiterten das Testverfahren mithilfe modernster Lasermesstechnik um die direkten Sichtfelder.

In vier Tests wurden dabei inzwischen fünf Basisfahrzeuge und 17 Integrierte genaustens unter die Lupe genommen. Bei vielen Herstellern gehören diese Methoden und Maßstäbe inzwischen zum Lastenheft bei der Entwicklung neuer Integrierter.

Sparsamkeit ist König: Fahrleistung und Verbrauch

Die Fahrleistungen und der Verbrauch sind weitere Themen, denen sich die Tester mit immer aufwendigerem Messgerät widmen. Für exakte, vergleichbare, aber auch praxisnahe Verbrauchsangaben geht jeder Supercheck-Testwagen auf die über 300 Kilometer lange promobil-Verbrauchsrunde.

Bei speziellen Geschichten, wie der spektakulären Rekordfahrt mit dem Bürstner Aero Van, geht es aber auch mal vom Redaktionssitz in Stuttgart bis nach Travemünde – wohlgemerkt mit einer Tankfüllung. Ergebnis: Ein durchaus stattlicher Teilintegrierter kann – aerodynamisch optimiert, mit moderner Motorentechnik und sparsamer Fahrweise – mit 8,8 Liter auf 100 Kilometer auskommen. In ähnlicher Weise lotete man auch die Potenziale von Alternativantrieben mit Pflanzenöl (4/2006), Erdgas (11/2009), Hybrid (9/2011) und Autogas (1/2012) aus.

Geräuschpegel-Test: Hersteller reagieren auf Kritik

Die Geräuschkulisse, die die Insassen während der Fahrt genießen – oder ertragen müssen –, trägt ganz wesentlich zu entspanntem Reisen bei. Bereits mit Einführung des Superchecks 1988 begann die promobil-Crew, in jedem Testkandidaten die Geräuschentwicklung bei verschiedenen Geschwindigkeiten zu erheben, um den subjektiven Eindruck noch mit Messwerten zu untermauern. Fiat reagierte auf die geäußerte Kritik mit mehreren Geräuschdämmpaketen.

Besonders seit Einführung der Common-Rail-Einspritztechnik sind die Motoren meist nicht mehr die größte Lärmquelle. Um so mehr treten oft Klapper-, Knarz- und Quietschgeräusche aus dem Auf- und Ausbau hervor. Hier bleibt es sicher weiter promobil-Aufgabe, neben Ratgeberartikeln mit Tipps zur Abhilfe, wie zuletzt in Ausgabe 8/2012 veröffentlicht, auch bei jedem betroffenen Testwagen den Finger in diese Wunde zu legen.

Die Aufbaukonstruktion ist ein entscheidender Faktor für die Qualität und Langlebigkeit eines Wohnmobils. Artikel zum Thema Dichtigkeit und Feuchteschutz – Anfang 2009 eine ganze Serie – beförderten die Abkehr von Holz als tragendem Werkstoff. Aufwendige Tests der Verrottungsfestigkeit von Aufbauböden und der Hagelempfindlichkeit von Dächern 2010 sorgten dafür, dass inzwischen auch in preiswerteren Klassen mehr resistenteres GfK zum Einsatz kommt.

Mit modernen Methoden die weißen Riesen untersuchen

Bereits 1994 entdeckte promobil schon die Vorzüge der Thermografiemethode für die Untersuchung der Dämmeigenschaften von Wohnmobilaufbauten. Nicht wenige Hersteller nutzten die Erkenntnisse aus den Wärmebildern sowie aus den meist damit verbundenen Heizungstests zur Verbesserung der Wintereigenschaften ihrer Fahrzeuge.

Die wichtigsten promobil-Komplizen beim Antrieb des Wohnmobil-Fortschritts waren aber natürlich die Leser, ganz konkret in Entwicklungsprojekten, wie etwa dem Frauen- und dem Best-Ager-Mobil, die deutliche Spuren hinterließen. Und das soll auch so bleiben.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

promobil Archiv

Datum

11. März 2013
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