Alles über 30 Jahre promobil
Immer in Bewegung - ein Vierteljahrhundert promobil 3 Bilder Zoom

25 Jahre promobil - Das Jubiläum: Wohnmobilzeitschrift - immer in Bewegung

Seit 1983 gibt es nun schon die Wohnmobilzeitschrift "promobil". Wie ist sie entstanden? Und was hat sich über die Jahre verändert? Die spannende Erfolgsgeschichte der Wohnmobilzeitschrift. 

Helmut Kohl gewinnt erstmals die Bundestagswahl, ebenfalls als Premiere ziehen die Grünen ins Parlament ein, darunter der junge Joseph "Joschka" Fischer. Noch einen markanten Josef gibt‘s: Franz Josef Strauß schiebt einen Milliardenkredit für die sieche DDR an. Deutscher Fußball meister ist der HSV, der 1. FC Köln gewinnt den Pokal. Nena lässt "99 Luftballons" zum Hit aufsteigen, angebliche Hitler-Tagebücher entpuppen sich als großer Schwindel. Lang ist’s her, das Jahr 1983.

Geburtsort von promobil: Königswinter am Rhein

Derweil entwickeln eine Handvoll Enthusiasten im beschaulichen Königswinter am Rhein eine neue Wohnmobilzeitschrift, die erste Wohnmobilzeitschrift. Sie haben die richtige Nase: Noch sind Wohnmobile – abgesehen von den VW-Campingbussen – eher eine Randerscheinung, doch das wird sich wenige Jahre später ändern. Das Blatt trägt den Titel "promobil" und den etwas missverständlichen Untertitel "Zeitschrift und Markt für die mobile Freizeit, Camping & Kontakte". Den Titel der ersten Ausgabe ziert ein wuchtiges Niesmann-Clou-Alkovenmobil auf VW LT. Dessen Fahrer fragt offensichtlich nach dem Weg.

Auch der Weg des neuen Magazins ist noch etwas unbestimmt. Die erste Ausgabe erscheint Ende März 1983, sie umfasst schlanke 28 Seiten, konsequent in Schwarz-Weiß gehalten, sie kostet 3,50 Mark. Ein stolzer Preis, vor allem in Relation zum mageren Umfang – in heutiger Währung mehr als sechs Cent pro Seite. Käufer der promobil-Jubiläumsausgabe 25 Jahre später kommen mit nur knapp zwei Cent die Seite deutlich günstiger weg – und erhalten ein in jeder Hinsicht farbigeres Magazin.

Der Inhalt des Reisemobilmagazins promobil

Reisetipps für Touren in die Niederlande, die Provence und nach Kanada, Zubehör, knappe Hinweise auf einen neuen Aufbau von Bischofberger und das Titelfahrzeug Niesmann Clou, eine Story über einen Selbstausbau, die Erklärung von Sinn und Zweck des Trennrelais für die Elektrik, Tipps zum Umgang mit Motorcaravans, eine Kaufberatung gebrauchter VW LT – das war’s für den Anfang.

Zunächst erscheint das Heft monatlich, doch das ist auf Dauer nicht durchzuhalten. Die Redaktion stellt nach wenigen Ausgaben auf sechs Hefte im Jahr um. Bleibt promobil innen weiterhin schlicht schwarzweiß, so entdeckt die Mannschaft für den Titel bald wechselnde Farben. Im Herbst 1983 gibt’s eine umweltgrüne Phase, es folgt die ackerboden-braune Phase, eine blau-weiße bayerische Phase und 1984 eine Frühlingsphase in Lindgrün.

Die promobil-Farben: Blau-Gelb

Dann kommt die erste Ausgabe in Blau-Gelb – bei dieser attraktiven wie plakativen Farbkombination bleibt es bis heute. promobil wächst, die Ausgabe 6/1985 erreicht erstmals 100 Seiten Umfang. Bei Lesern und Herstellern erwirbt sich das Blatt einen guten Ruf. Man ist kritisch, aber nicht unfair, prüft Fahrzeuge und Komponenten auf Herz und Nieren.

Doch die Zeitschrift droht den Gründern über den Kopf zu wachsen, sie drehen ein immer größeres Rad. Konsequenz: Als Partner sucht man sich die Verlagsgruppe Motor Presse Stuttgart, erfolgreich unter anderem mit Zeitschriften über alles, was Räder hat. Da passt ein Blatt über Wohnmobile bestens ins Programm.

promobil bei der Motor Presse Stuttgart

Zusammen mit dem Wechsel ändert sich einiges: Das Heft kommt ab Ausgabe 1/1988 wieder monatlich an den Kiosk, wird farbiger. Ab der Februar- Ausgabe 1990 wechselt auch der Redaktionssitz nach Stuttgart. Die Mannschaft macht Tempo: Zum Start gibt’s die erste Reportage mit einem Reisemobil aus der untergehenden DDR. In den kommenden Heften lernen die Leser das neue Deutschland intensiv kennen. Heft und Mannschaft wachsen rapide: Im April 1991, exakt acht Jahre nach der Gründung, erreicht das Heft erstmals 200 Seiten Umfang.

Supercheck und Basisfahrzeug-Tests

Zahlreiche Innovationen stehen dahinter. Der Supercheck ist von einer Fleißarbeit als Datensammlung in einen umfangreichen Härtetest verwandelt worden. Es gibt Vergleichstests, mehr Aktualität. Neben der Fahrzeugtechnik stehen Sicherheits- und Umweltthemen im Mittelpunkt. Welcher ist der richtige Ducato-Motor? Na klar: der Turbodiesel-Direkteinspritzer mit 2,5 Liter Hubraum, 92 PS und 216 Nm Drehmoment. Damals der kräftigste Diesel, ein echter Temperamentsbolzen. Heute wird gerne das Doppelte eingeschenkt. Ob ausladende Amerikaner oder der 3,2 Meter kurze Hänfling A+R Little Big auf Suzuki Carry – die Mischung ist bunt wie nie zuvor. promobil zeigt die Nachrüstung einer Solaranlage, rümpft die Nase über Toilettenchemie mit giftigem Formaldehyd. Und verlost bei der Wahl zum Reisemobil des Jahres erstmals ein Reisemobil unter den aktiven Lesern.

Auch der Reiseteil gewinnt stetig an Attraktivität. Seit Herbst 1990 prägt ihn die Gemeinde des Monats (heute: Stellplatz des Monats). Aus den vielen vorgestellten Stellplätzen wächst Anfang 1992 das promobil-Archiv, ein attraktiver Sammelteil, bis heute jeden Monat genutzt von vielen tausend Lesern. Selbstverständlich überprüft die Redaktion alle aufgeführten Stellplätze vor Ort, das leistet kein anderer. Daraus erwächst folgerichtig mit dem Stellplatz-Atlas ein echter Branchen-Bestseller, unverzichtbar auf kleiner wie auf großer Fahrt.

Reisemobil des Jahres und Tests für Umweltverträglichkeit

Die eifrigen Leser küren nicht nur die Reisemobile des Jahres, auch das Zubehör des Jahres und die Gemeinde des Jahres. promobil testet Sanitär-Flüssigkeiten auf Umweltverträglichkeit, in diesen Jahren ein heikles Thema. Prüft das Verhalten von Reisemobilen bei Seitenwind, testet Heizungen, Kühlschränke, Möbelschlösser und Scharniere, Außenspiegel, Bremsen. Und ärgert sich zusammen mit seinen Lesern über fehlende Stellplätze für Wohnmobile in Großstädten – ein Dauerthema bis zum heutigen Tag. Nicht nur die Zulassungszahlen der Reisemobile wachsen hurtig, auch Auflage und Umfang von promobil. Die Ausgabe zum Caravan-Salon 1992 durchbricht mit stattlichen 264 Seiten Umfang erstmals die Grenze von 250 Seiten.

Vorfahrt für Sicherheit: Crash-Tests und Reifentests

Zehn Jahre nach Gründung der Zeitschrift stehen Crash-Tests im Mittelpunkt, beim Thema Sicherheit ist promobil im Sinne seiner Leser immer vorneweg. Die Redaktion fordert und fördert mit ihrer Berichterstattung eine umfangreiche Sicherheitsausstattung, gleichzeitig das richtige Verhalten an Bord. Ob Crash-Test, ob neuer Fiat Ducato, ein erster Zuladungs- Report oder der neue James Cook – die Leser sind stets aktuell informiert. Als erste und immer noch einzige Zeitschrift startet promobil 1996 Reifentests, bald ergänzt durch regelmäßige und gründliche Prüfungen von Winterreifen in Schnee und Eis. Man merkt: Die Reisemobile wechseln, aber die Themen und Probleme bleiben der Szene erhalten.

Bei diesem Engagement nimmt’s nicht wunder, dass sich promobil ab Herbst 1997 in der Titelzeile als "Europas größtes Wohnmobil-Magazin" bezeichnen darf – bis heute Ehre und Verpflichtung zugleich. Im Mittelpunkt steht für die Redaktion stets der Nutzen des Lesers. Dies gilt auch für die Partnerschaft mit der europäischen Organisation Camping Cheque: Bis heute profitieren jedes Jahr viele tausend Leser vom Camping zum Spartarif in der Nebensaison an attraktiven Plätzen in Europa. Die Salon-Ausgabe im Oktober 2000 erreicht mit 306 Seiten erneut einen Rekord.

Aktualität ist Pflicht

Die attraktive VW-Studie All-in-One im Jahr 2001, ein verhüllter neuer VW Transporter unter rotem Tuch ein Jahr später, dazwischen eine Vielzahl von Exklusiv-Premieren – promobil-Leser sind immer aktuell am Ball. Unverändert setzt sich die Redaktion im Schulterschluss mit den Lesern für die Leser ein. Wehrt sich mit Tausenden von Protestpostkarten der Reisemobilurlauber im Sommer 2003 gegen teure österreichische Mautvorhaben. Zeigt zwei Jahre später der Bundesregierung die Rote Karte gegen die Pläne zur vehementen Erhöhung der Kraftfahrzeugsteuer, engagiert sich zusammen mit den Lesern erfolgreich für eine Milderung der wüsten Vorhaben. Und plädiert unentwegt für Verbesserungen an Reisemobilen.

Es gibt wohl nichts, was die Redaktion, teils unterstützt durch renommierte unabhängige Institute und Sachverständige, noch nicht unter die Lupe und in die Mangel genommen hat: Reifen und Bremsen, Fahrwerke und Fensterisolierung, Wandisolation und Sichtfeld, Scheinwerfer und Heizungen, Kocher und Betten, Sanitärzusätze und Möbel, Satellitenempfang und Rückfahrkameras, Klappstühle und Fahrersitze. Fahrleistungen und den Kraftstoffverbrauch von Reisemobilen sowieso. Und vor allem die Praxistauglichkeit, von vorne bis hinten und von oben bis unten.

Praxistauglichkeit auf dem Prüfstand

Genau: Die Redaktion schaut den Testmobilen auf der Hebebühne in der eigenen Werkstatt auch unters Kleid. Dafür braucht man reichlich Platz. Der neue Allzeit-Rekord von 316 Seiten Umfang im vergangenen Herbst kommt gerade recht, so kann’s aus Sicht der Redaktion weitergehen, die Ärmel sind hochgekrempelt. Auch zum Silberjubiläum von 25 Jahren ist keine Müdigkeit zu spüren.

promobil hat in seiner Karriere noch viel vor, wie schon seine Pioniere vor 25 Jahren. Helmut Kohl und Joschka Fischer, Franz Josef Strauß und die DDR – alles Schnee von gestern und Vergangenheit. Die quicklebendige Reisemobilszene aber, die aktiven Leser und Ihr promobil – das ist Gegenwart, und das hat Zukunft.

Autor

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promobil

Datum

2. April 2008
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